Gelting : Erholung an der Ostsee

Empfang der jungen Weißrussen in Gelting. Mit im Bild: Betreuerin Irina Smuschko (v. li.), Uwe Linde, Artur Lenhart und Anton Sorokin.
Empfang der jungen Weißrussen in Gelting. Mit im Bild: Betreuerin Irina Smuschko (v. li.), Uwe Linde, Artur Lenhart und Anton Sorokin.

Kinder aus dem weißrussischen Kalinkowitschi sind zum ersten Mal nicht in Gastfamilien, sondern im Feriendorf Golsmaas untergebracht

shz.de von
07. Juni 2018, 14:00 Uhr

Sie sind zwischen zehn und zwölf Jahre alt und stammen aus dem weißrussischen Stadtbezirk Kalinkowitschi. Bis zum 1. Juli werden zehn „Kinder von Tschernobyl“ von der gleichnamigen Arbeitsgruppe in Gelting und den Lehrern Irina Smuschko und Anton Sorokin betreut.

Dass die jungen Gäste erstmals in zwei Zeltdachhäusern im Feriendorf Golsmaas untergebracht sind, hat einen positiven und einen negativen Aspekt: Sie können in unmittelbarer Nähe am Ostseestrand relaxen, aber für die Gastgeber entstehen nach den Worten des Vereinsvorsitzenden Uwe Linde Mehrkosten von rund 3000 Euro: „Wir haben in diesem Jahr ausweichen müssen, weil wir nur eine einzige Familie fanden, die sich für die Aufnahme eines jungen Weißrussen meldete.“ Dass sich keine Gastfamilien finden, führt Linde darauf zurück, dass beide Ehepartner arbeiten. Zudem werden die Mädchen und Jungen nur bis 13 Uhr betreut. Geplant sei, die Betreuung im kommenden Jahr bis 15 Uhr zu verlängern. „Dann schauen wir, ob sich mehr Familien melden“, so Linde.

Den Abholdienst übernahmen diesmal Johanna und Michael Gildenast aus Brunsholm sowie der Organisator und Dolmetscher Artur Lenhart aus Gelting. In Kalinkowitschi und Umgebung besuchten sie alle Familien, die ihre Kinder für die „Fernfahrt nach Ostangeln“ angemeldet hatten. Am Begrüßungsnachmittag im evangelischen Gemeindehaus von Gelting bedankte Uwe Linde sich bei einem Dutzend Vereinsmitglieder, die sich um das Wohl der Kinder kümmern werden, darunter Gerd Lorenzen aus Gelting, der täglich als Ansprechpartner im Einsatz ist. Lenhart beschrieb den Gesundheitszustand der Kinder: „Zwei von ihnen haben bereits Probleme mit der Funktion ihrer Schilddrüsen. Zunehmend versterben in Teilen von Weißrussland die rund 35-Jährigen an den Spätfolgen der tödlichen Strahlung.“ Das gesunde Klima an der Ostsee wird den Kindern helfen. Laut Linde habe der Schulleiter aus Kalinkowitschi bestätigt, dass die Schüler in ein bis zwei Jahren nicht krank geworden sind.

Die Kinder erwartet in der nächsten Zeit eine Kutterfahrt, Besuche der Tolk-Schau, des Gettorfer Tierparks und der Phänomenta in Flensburg. Bei der Geltinger Kindergilde wird auch ein Majestätenpaar aus Kalinkowitschi proklamiert. Und Ende Juni werden sich die Kinder wieder mit Liedvorträgen beim Benefizkonzert in der Geltinger Katharinen-Kirche bedanken.

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