Erfolgsgeschichte Neukirchen

Selfie mit den Neukirchen-Betreuern: Wolfgang Börnsen (vorn von links) mit Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Ralph Schmidt.
Selfie mit den Neukirchen-Betreuern: Wolfgang Börnsen (vorn von links) mit Kreispräsident Ulrich Brüggemeier und Ralph Schmidt.

Die Freizeitstätte des Kreisjugendrings an der Ostsee besteht seit 50 Jahren / „Kaderschmiede der Jugendarbeit“

shz.de von
09. September 2018, 16:43 Uhr

Direkt am Ostseestrand, auf einer Anhöhe gelegen, mit freiem Blick bis nach Dänemark, betreibt der Kreisjugendring Schleswig-Flensburg seit 50 Jahren eine Jugendfreizeitstätte – eine Erfolgsgeschichte. Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet und weit darüber hinaus verbringen dort unbeschwerte Tage mit Spielen, Sport und Baden. „Neukirchen“, wie die Einrichtung bei den Jugendlichen heißt, hat sich, wie es Kreispräsident Ulrich Brüggemeier in seinem Grußwort nannte, zur „Kaderschmiede der Jugendarbeit“ im Kreis entwickelt. „Von Neukirchen gehen Impulse der Jugendarbeit aus, von hier kommen gut ausgebildete Jugendbetreuer für die Jugend- und Sportvereine im Kreis“, bestätigte der Vorsitzende des Kreisjugendringes Ralph Schmidt.

Es waren zwei Persönlichkeiten aus dem damaligen Kreis Flensburg-Land, die vor 50 Jahren maßgeblich an der Gründung der Jugendfreizeitstätte beteiligt waren. Der damalige Kreisjugendpfleger Helmut Hannemann und Wolfgang Börnsen, Vorsitzender des Kreisjugendringes, hatten die Vision einer Jugendbegegnungsstätte, in der nicht die von oben vorgegebene Lagerdisziplin im Mittelpunkt stand, sondern selbst gestaltete Jugendarbeit und Freizeit. Deshalb sollte auch nicht der Kreis Träger sein, sondern der Kreisjugendring, der Dachverband der Jugendverbände im Kreis.

1968 wurden das Haupthaus, das Sanitärgebäude und der Platz für die Zelte in Betrieb genommen werden. Später kamen das Grundstück für die Schwedenhäuser und der Sportplatz hinzu. Drei Jahrzehnte bestimmten die markanten Zeltdachhäuser das Aussehen von Neukirchen, bis sie 2013 durch fünf Schwedenhäuser ersetzt wurden, in denen 60 Jugendliche Platz finden. Hinzu kommen Zelte für 160 Jugendliche, die aber nur in den Sommermonaten aufgebaut sind. Eigentümer ist weiterhin der Kreis Schleswig-Flensburg.

Am Anfang war man in der Politik skeptisch, ob das Projekt gelingen könne. Der erste Nutzungsvertrag lief ganz vorsichtig über zwei Jahre, heute haben die Verträge Laufzeiten von zehn Jahren, was auch etwas zum Stellenwert dieser Einrichtung aussagt.

„Wir sind stolz, eine Einrichtung vorhalten zu können, die das ganze Jahr genutzt werden kann und auch genutzt wird“, unterstrich Ralph Schmidt bei einer kleinen Jubiläumsfeier auf dem Gelände. Ein besonderes Highlight sind die Zeltlager. Jedes Jahr sind sie voll ausgebucht, denn sie ermöglichen den Jugendlichen unbeschwerte Tage mit einem tollen Freizeitangebot. Neukirchen wäre nichts, ohne die engagierten Betreuer, die in ihrer Mehrzahl als Lagerteilnehmer kommen und so fasziniert sind, dass sie später in das Betreuerteam wechseln. „Wer vom Neukirchen-Virus angesteckt wird, kommt von der Jugendarbeit nicht wieder los“, freute sich Schmidt.

Angesteckt von der Neukirchen-Atmosphäre gehen von diesem Ort neue Ideen und Anregungen für die Jugendarbeit im ganzen Kreis aus. Dazu gehört auch das interkulturelle Jugendlager für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund. Und die intensiven Fortbildungsmaßnahmen in Neukirchen haben dazu geführt, dass der Kreis Schleswig-Flensburg die meisten Jugendgruppenleiter pro Einwohner in Schleswig-Holstein hat. Damit die Erfolgsgeschichte weiter geht, kündigte Ralph Schmidt an, ein Workshop- und Seminargebäude errichten zu wollen.

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