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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 05:23 Uhr

Bundeswehr : Erbsensuppe: Ende der Wohltaten?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Durch den Verkauf von Erbsensuppe und Punsch auf dem Weihnachtsmarkt sind 32 500 Euro zusammen gekommen. Das Verbot des Suppenverkaufs steht, über eine Ausnahme ist noch nicht entschieden.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 14:30 Uhr

Flensburg | Selten ist die Bundeswehr so dicht an den Bürgern wie gestern bei dieser Veranstaltung: Ausschüttung des Reinerlöses des vorweihnachtlichen Verkaufs von Erbsensuppe und Punsch. Insgesamt kamen 2015 stolze 32  500 Euro zusammen, von denen das Gros an die Stadt Flensburg ging, die ihren Anteil von 15  000 Euro ebenfalls gestern an 17 Institutionen und Initiativen verteilte.

Doch die Freude war gestern in der Oase Mürwik (früheres Soldatenheim) nicht ungetrübt: Die Zukunft der Erbsensuppe ist in Gefahr. Das Damoklesschwert einer Bundeswehr-Verordnung, die den Verkauf von Erbsensuppe und anderer Speisen außerhalb von Kasernen verbietet, schwebte gestern deutlich spürbar über der eigentlich äußerst erfreulichen Zusammenkunft. Denn sie machte überdeutlich, welch positive Wirkung das Tun der Soldaten aus den Standorten Flensburg (Marineschule und Schule für Strategische Aufklärung), Meierwik und Kropp für eine Vielzahl gemeinnütziger Initiativen hat.

Die Stadt hatte alle 17 Empfänger der Einzelbeträge, die sich auf 15  000 Euro summieren, eingeladen, um in aller Kürze ihre Projekte vorzustellen. Denn die Bandbreite von Initiativen für Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge, Alte und Einsame ist enorm: Sprachunterricht für Flüchtlinge, gemeinsames Einkaufen und Kochen, ein Kochmobil für Jugendliche, Kinder und Natur, Musikarbeit für psychisch Kranke, Sport mit Flüchtlingen. Viele der geförderten Initiativen basieren auf dem Ehrenamt, viele sind schon seit Jahrzehnten in Flensburg aktiv. „Man müsste der Bundeswehr vermitteln, was alles mit den Einnahmen aus dem Suppenverkauf gefördert wird“, sagte einer der Teilnehmer. Horst Bendixen, Leiter des Fachbereichs Sozialen, möchte zusammen mit den bedachten Initiativen ein Schreiben an das Verteidigungsministerium auf den Weg bringen, mit dessen Hilfe für den Erhalt der segensreichen Einrichtung plädiert wird.

„Wir hoffen auf eine positive Reaktion auf die Anträge und die eingeleiteten Maßnahmen“, sagte Oberstleutnant Torsten Grefe, der in Vertretung des Standortältesten Saust, der verhindert war, die Gäste begrüßte. Noch sei jedoch nicht entschieden, ob es eine Ausnahme für Flensburg geben werde, um den segensreichen Verkauf der Suppe weiter zu ermöglichen. Es gab viel Applaus für den Einsatz aller beteiligten Soldaten.

„Ich bin begeistert, die Flensburger sind begeistert“, so Bendixen. Von den 700  000 Euro, die die Bundeswehr in 39 Jahren mit dem Suppenprojekt eingenommen hat, habe die Stadt 338  000 erhalten und damit 297 Projekte gefördert. Die Stadt Glücksburg erhielt 4000 Euro für die Arbeit der Grundschule. Das Spendenparlament kann 2500 Euro an Bedürftige verteilen, der Volksbund deutscher Kriegsgräber e.V. wurde mit 3500 Euro unterstützt. Deren Vorsitzende Heidemarie Winkelmann sagte: „Die Erbsensuppe ist Kult, sie darf nicht untergehen.“

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