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Flensburgs Strände Ostseebad und Solitüde : „Er springt so gerne von der Brücke“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An den Flensburger Stränden gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Hundebesitzern, Spaziergängern und Badegästen.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 05:53 Uhr

Friedlich döst der schwarze Mischling unter der Strandmuschel. Urlauber aus Sachsen-Anhalt haben ihn mitgebracht. Eine Familienidylle am Strand von Solitüde. Mit einem kleinen Schönheitsfehler: Der Badestrand ist in der Sommersaison, also vom 1. April bis 31. Oktober, für Vierbeiner gesperrt. Genau dort haben sich die Feriengäste jedoch niedergelassen. 50 Meter vom Hundestrand entfernt. „Der ist ja auch viel zu klein“, rechtfertigt sich Jeannette Gühm. In der Tat steht Blacky und Co. nur ein kleiner Streifen an der Westseite der weitläufigen Fläche zur Verfügung. Und so suchen sich Hundehalter immer wieder ein Plätzchen dort, wo Badegäste es in aller Regel weniger gern sehen, dort, wo die Stadt es ausdrücklich verbietet.

Zwei Schilder weisen in aller Deutlichkeit darauf hin. „Wenn der Strand voll wäre, würden wir uns ja zurückziehen“, versichert Jeannette Gühm. „So aber herrscht doch ein harmonisches Miteinander zwischen Hund und Kind.“ Findet sie. Das findet Jürgen Paulsen allerdings nicht. Unlängst hat er freilaufende Hunde auf der Badebrücke erlebt. Die Erklärung eines darauf angesprochenen Halters: „Er springt so gern von der Brücke.“ Auch auf dem ganzjährig für Hunde gesperrten Spielplatz hat er sie herumtollen sehen. „Die springen dann an den Kleinen hoch, bellen oder knurren sie an“, beklagt der 72-Jährige. Auch Hundekot finde sich an allen Ecken und Enden. Das sei schon seit Jahrzehnten ein Problem, „und keinen scheint es zu interessieren“. Paulsen vermisst regelmäßige Kontrollen genauso wie Einsicht bei Hundehaltern, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten hinweist. „Dann muss man sich noch Frechheiten gefallen lassen.“

„Das Problem sitzt immer am anderen Ende der Leine“, sagt Christina Markwort, Touristin aus Hildesheim und Besitzerin eines Golden Retrievers, der „als gut sozialisiertes Tier“ auch ohne Leine laufen darf. „Als Gast halte ich mich natürlich an die Regeln.“ Die besagen unter anderem auch, dass Hunde auf den Gehwegen in Solitüde angeleint werden müssen.

Das macht brav Sara Spadon mit ihrem Labrador. Höchstens am Abend, wenn kaum noch Menschen zu sehen sind, lässt sie ihn gelegentlich frei herumlaufen. Sie ist der Meinung, dass die Rücksichtnahme in Solitüde ausreichend ist. „Bei uns zu Hause werden Verbote nicht so respektiert wie hier“, meint die 18-Jährige aus dem italienischen Varese.

Einsame Gäste am Hundestrand sind an diesem Tag Daniel und Jana Eymann mit Töchterchen Paula (4). Sie geben zu, dass ihr elf Monate alter Labrador noch etwas verspielt und distanzlos ist. „Das kommt nicht bei allen gut an.“ Insofern wolle man auch niemanden damit belästigen. Auch sie bemängeln, dass der Hundestrand mit etwa 150 Metern viel zu kurz und zu schmal sei. „Wenn das Wasser hoch steht, bleibt ohnehin kaum noch was übrig“, weiß eine andere Hundehalterin.

Ein weiterer Hundestrand liegt auf der anderen Fördeseite am Ostseebad. In Richtung der Werft befindet sich neben dem normalen Badestrand eine Wiese und ein dafür vorgesehener Sandstrandabschnitt. Doch trotz des Angebots nehmen Hundebesitzer ihre Hunde immer wieder mit an in die Verbotszonen. Rieke (31) sitzt mit ihrem Retriever ganz locker am Badestrand. Noch ist er menschenleer. „Ich hatte noch nie Probleme“, bekräftigt sie. Genervt ist sie besonders von Badegästen, „die am Hundestrand grillen und sich dann über aufdringliche Hunde beschweren“.

Andere Hundehalter haben ein Problem in den begrenzten Hundeflächen in Flensburg. Ihrer Meinung nach nehmen deswegen viele Besitzer ihre Hunde mit an den normalen Strand. „Es muss einfach mehr für Hunde getan werden“, fordert Christina Markwort. „Schließlich zahlen wir alle Steuern.“

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