Handewitt : Entscheidung aus der Kaffeebüchse

Der Wahlleiter Thomas Rasmussen (l.) zieht das Los, sein Stellvertreter Helge Höger assistiert.
Der Wahlleiter Thomas Rasmussen (l.) zieht das Los, sein Stellvertreter Helge Höger assistiert.

Wegen Stimmengleichheit musste in Handewitt per Losverfahren über die Zusammensetzung der Gemeindevertretung entschieden werden. Mit dem glücklicheren Ende für die CDU.

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15. Mai 2018, 12:15 Uhr

Handewitt | Die CDU hat jetzt sieben Sitze, der Handewitter Gemeinderat wächst um ein Mitglied auf 24. Mit diesem Ergebnis endete das ungewöhnliche Losverfahren, das für den Wahlkreis-Südost notwendig geworden war. Die Kandidaten Sven Kurzhals (CDU) und Joachim Schmidt (KWG) hatten bei der Kommunalwahl jeweils 95 Stimmen erhalten. Das Los meinte es gut mit dem Christdemokraten, während Joachim Schmidt den Einzug in den Gemeinderat verpasste. Die auf der Liste besser postierte Brigitte Erichsen komplettiert nun die sechsköpfige KWG-Fraktion.

„So etwas hatten wir einmal 1994“, erinnerte sich das nun im Gemeindewahlausschuss sitzende SSW-Urgestein Kaj Clausen an ein ähnliches „Patt“ in der Altgemeinde Handewitt. Lange her – die heutige Verwaltung hatte das Prozedere für diesen Sonderfall im Vorfeld erst abklopfen müssen. Schließlich verließ Thomas Rasmussen, als Bürgermeister kraft Amtes auch Wahlleiter, den Sitzungssaal kurzfristig, während der stellvertretende Gemeindewahlleiter Helge Höger eine Kaffeebüchse präsentierte. In der landeten zwei Zettel, auf die Sabine Asmussen, Grünen-Vertreterin im Wahlausschuss, die Nachnamen der beiden Kandidaten aufgeschrieben hatte.

Dann kehrte Rasmussen zurück, um als „Glücksfee“ zu agieren. „Ich hätte diese Aufgabe gerne abgegeben, aber das Gesetz lässt keine andere Möglichkeit zu“, sagte er. Helge Höger lotste die linke Hand seines Chefs in die Kaffeebüchse. Kurz darauf öffnete Thomas Rasmussen das Stück Papier: „Kurzhals“. Sven Kurzhals nahm die Glückwünsche zweier anwesender Parteikollegen entgegen.

Der Bürgermeister informierte über die „kuriose Situation“, dass das siebte CDU-Mandat wider Erwarten kein Ausgleichsmandat für eine andere Fraktion auslöse. Der Grund: Das maßgebende Höchstzahlverfahren wies für den neuen 24-köpfigen Gemeinderat die CDU als berechtigte Inhaberin des zusätzlichen 24. Mandats aus. Die KWG stellt sechs, der SSW fünf, die Grünen und die SPD jeweils drei Gemeinderäte.

Einen Lapsus räumte die Verwaltung bei der Erstellung der Stimmzettel im Wahlkreis Jarplund-West ein. Beim Grünen-Kandidaten Jens Knaack fehlte im Namen das „c“. Falls es zu einem Widerspruch kommt, hat sich der Wahlprüfungsausschuss mit der Frage zu beschäftigen, inwieweit dieser Schreibfehler Einfluss auf das Wahlergebnis hatte. Jens Knaack erhielt 75, der siegreiche KWG-Kandidat Robin Borrmann 92 Stimmen.

Die Parteien gehen nun daran, eine „Friedensliste“ aufzustellen und sich auf einen Bürgervorsteher und die weiteren Ämter zu einigen. Am 19. Juni findet die konstituierende Sitzung des zukünftigen Gemeinderats statt.

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