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Ex-DatRepair Flensburg : Entlassungen in großem Umfang bei Ingram Services

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor wenigen Jahren noch als Jobmotor gefeiert, will das Handy-Reparatur-Unternehmen Ingram Services die Belegschaft jetzt drastisch reduzieren.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2017 | 07:32 Uhr

Flensburg | Schwerer Schlag für die Belegschaft der Firma Ingram Micro Services, früher DatRepair, am Sophienhof: Offenbar sind Entlassungen in größerem Umfang geplant; genaue Zahlen hat die Geschäftsführung in einer Informationsveranstaltung am Dienstagnachmittag noch nicht genannt. Interne Quellen gehen von über 100 Entlassungen aus, andere sprechen gar von 130. Das entspräche etwa einem Drittel der Belegschaft. Gegenüber dem Flensburger Tageblatt wollte Geschäftsführer Eric Rositzki diese Zahlen am Dienstag nicht bestätigen.

Obwohl die IG Metall in der Belegschaft vertreten ist, war der Flensburger Chef-Metaller Michael Schmidt in den Verhandlungen nicht dabei. „Das habe ich noch nie erlebt“, sagte er einigermaßen konsterniert. Er habe seine Kenntnisse ausschließlich von Mitgliedern sowie von der Arbeitsagentur, die bereits eingebunden sei. Es werde offensichtlich eine Transfergesellschaft geben, so Schmidt.

Ingram Micro Services ist auf die Reparatur von Handys spezialisiert. DatRepair war 2014 von Ingram übernommen worden, Inhaber Kai Sievertsen wurde Flensburger Geschäftsführer, hat aber Ende 2016 das Unternehmen verlassen. Nach Tageblatt-Informationen hat Ingram den Hersteller Samsung als Kunden verloren; dies könnte ein Grund für die geplante Massenentlassung gewesen sein.

Die Stimmung im Unternehmen ist derzeit im Keller, berichtet ein Mitarbeiter. Er kritisierte die Geschäftsführung für die aus seiner Sicht unzureichende Informationspolitik: „Aus den Zahlen wird ein großes Geheimnis gemacht. Die weigern sich mit Händen und Füßen, konkret zu werden.“ Es seien bereits am Dienstag erste Gespräche mit betroffenen Mitarbeitern geführt und Briefe verschickt worden.

Noch vor sechs Jahren ließ sich DatRepair als großer Jobmotor feiern; damals waren 250 Mitarbeiter bei dem Dienstleister beschäftigt. Das Wachstum ging dann in der Tat einige Jahre weiter – um sich jetzt offenbar ins Gegenteil zu verkehren.

Zu den aktuellen Entwicklungen hat das Flensburger Tageblatt am Dienstagnachmittag Geschäftsführer Eric Rositzki eine Reihe von Fragen gestellt, unter anderem nach der konkreten Zahl der Entlassungen. Mit Verweis auf die erforderliche Abstimmung mit der Presseabteilung des Konzerns konnten die Fragen gestern jedoch nicht mehr beantwortet werden.

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