Ensemble Trigon begeistert mit Minnesang und alten Tänzen

Das Ensemble Trigon mit Holger Schäfer, Kerstin de Witt und Katrin Krauß entführte seine Zuhörer ins musikalische Mittelalter.  Foto: Rad
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Das Ensemble Trigon mit Holger Schäfer, Kerstin de Witt und Katrin Krauß entführte seine Zuhörer ins musikalische Mittelalter. Foto: Rad

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23. Juli 2013, 03:59 Uhr

Esgrus | Um Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt fühlte sich das Publikum beim dritten Angeliter Sommerkonzert. Das überaus passende Ambiente des Frauenhofer Torhauses zu Esgrus barst beinahe aus allen Nähten. Keltische Harfe, Blockflöten jeglicher Größe, Minnesang und alte Tänze - im Nu bezauberte das "Ensemble Trigon" seine Zuhörer, schon nach dem ersten Takt war man mittendrin im Mittelalter.

Holger Schäfer entpuppte sich als Allround-Talent, der neben seiner keltischen Harfe auch noch eine wunderbare Sprech- und Singstimme besitzt, "Vil liber grüsse süsse", ein wahrer Zungenbrecher-Hit aus dem 13. Jahrhundert, machte es deutlich. Katrin Krauß und Kerstin de Witt brillierten mit den unterschiedlichen Blockflöten zwischen schwindelerregenden Tempi und langsam schwebender Süße. Dazu präsentierte Katrin Krauß kleine muntere, musikgeschichtliche Anekdoten um Werke und Komponisten aus verschiedenen Zeiten und Ländern.

Mit Henry Purcell (1659-1695) gestaltete sich der Übergang von Renaissance zu Barock fließend. Holger Schäfer wechselte von Harfe zu Cembalo und spätestens beim neu arrangierten "Greensleaves" hatte sich das Torhaus in ein englisches Landgut verwandelt. Kerstin de Witt legte für die irischen Traditionals ihre Blockflöte zugunsten einer Barock-Geige zur Seite. Zwischen überbordender Lebensfreude und bittersüßer Melancholie zeigte sich das Können des wunderbar aufeinander eingestimmten Ensembles.

Drei Individualisten, die harmonisch in unterschiedlichsten Musikstilen miteinander brillieren und den Zuhörern das Gefühl vermitteln, einer Musikanten-Truppe auf einem alten Marktplatz in einer längst vergangenen Zeit lauschen zu dürfen. Märchenerzählen und Harfe dabei spielen - Holger Schäfer zog alle in seinen Bann, Lieder aus Skandinavien folgten und zum Schluss hatte das "Ensemble Trigon" noch Antonio Vivaldi (1678-1741) und seine Version von "La Follia" auf dem Programm. Dieses faszinierende Stück, jahrhundertelang von vielen Komponisten aufgegriffen, hatte eine Sogwirkung, der sich niemand entziehen konnte - einfach unwiderstehlich, ebenso wie das ganze facettenreiche Konzert des "Ensembles Trigon", das an diesem heißen Sommertag das enthusiastisch applaudierende Publikum in eine andere, eine verzauberte Welt zu entführen wusste.

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