zur Navigation springen

HSV gegen West Ham United : Englische Profi-Fußballer in Flensburg vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Testspiel gegen den HSV im Juli 2013 sollen zwei Fußballer von West Ham United einem Taxifahrer die Schulter ausgekugelt haben. Nun müssen sich die beiden Profis vor dem Landgericht verantworten.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Vereine und Spieler selbst zitieren sie gern – die Vorbildfunktion von Profi-Fußballern. Doch davon kann im Fall der beiden walisischen Nationalspieler James Collins und Jack David Collison bei einem Vorfall im Juli 2013 keine Rede sein: Die Fußballer, damals in Diensten des englischen Erstligisten West Ham United, haben offenbar einen Taxiunternehmer aus der Region bepöbelt und tätlich angegriffen und ihm dabei die Schulter ausgekugelt. Dadurch sei der Taxifahrer siebeneinhalb Wochen arbeitsunfähig gewesen und verklagt Collins und Collison nun vor dem Flensburger Landgericht auf Schmerzensgeld und Verdienstausfall.

Den 3:1-Sieg im Testspiel gegen den Bundesligisten Hamburger SV vor gut anderthalb Jahren feierten die beiden damals 29 und 24 Jahre alten Fußballern offenbar mit reichlich Alkohol. Stark angetrunken sollen sie sich am späten Abend nach dem Spiel mit einem Taxi von dem Glücksburger Hotel, in dem sie mit ihren Mannschaftskollegen Quartier bezogen hatten, nach Flensburg haben fahren lassen. Schon während der Fahrt sollen sie den Fahrer bepöbelt haben, der daraufhin die Videofunktion seines Handys einschaltete.

Am Ziel angekommen, weigerten sich die beiden Briten offenbar, die Rechnung zu zahlen, schlugen dem Taxifahrer dessen Handy aus der Hand und kugelten ihm die Schulter aus. Da der Taxifahrer infolgedessen siebeneinhalb Wochen arbeitsunfähig war, verklagt er Collins und Collison, der inzwischen beim Zweitligisten Ipswich Town unter Vertrag steht, auf Schadenersatz und Verdienstausfall.

„Ich halte eine Summe von 3000 bis 5000 Euro als Schadenersatz im Bereich des Möglichen“, sagte der Flensburger Rechtsanwalt Dietrich Schenke auf Anfrage des Flensburger Tageblatts. Er könne die Höhe allerdings nur grob schätzen, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt: „Wie sehr hat die Verletzung den Taxifahrer im Alltag beeinträchtigt? Wie groß waren seine Schmerzen? Inwiefern trifft ihn eine Mitschuld, weil er eventuell provoziert hat? Waren die Angeklagten schon so betrunken, dass sie nicht mehr zurechnungsfähig waren? Und wie beurteilt der Richter die ganze Angelegenheit?“

Die Forderungen des Klägers auf Verdienstausfall hält Schenke durchaus für gerechtfertigt. „Aber in welcher Höhe er Forderungen geltend machen kann, steht auf einem anderen Blatt.“

Offen ist auch, wann es zum Prozess vor dem Landgericht kommt. Für diesen wollen die beiden Profi-Fußballer mit ihren Anwälten eigens aus England anreisen. Bislang wurde der Verhandlungstermin viermal verschoben, zuletzt platzte die Ansetzung für den vergangenen Mittwoch wegen der Erkrankung eines Anwalts.

Ein neuer Termin steht nach Angaben von Landgerichtssprecherin Sandra Johannsen noch nicht fest. „Dabei soll auf den Anreiseweg der Angeklagten und deren Anwälten Rücksicht genommen werden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen