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SHZ-Redaktionsband in Husbyries : „Engines“ verzaubern Publikum im „Plunschli“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Sextett traut sich als Redaktionsband des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages ein Jahr nach der Gründung aus der Deckung des geschützten Übungsraumes.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2015 | 14:28 Uhr

Husby | Hoppla! Was ist denn das? Da entern sechs aufstrebende, gänzlich unprominente Musiker die Bühne eines Traditionshauses im Herzen Angelns, in dem schon Größen wie Inga Rumpf oder Heinz-Rudolf Kunze ihre Visitenkarte abgegeben haben. Okay, das ist lange her und spielte sich im seinerzeit noch existierenden großen Saal des „Plunschli“ ab. Aber was soll’s. Am Sonnabend also vor kleinerer, gleichwohl beeindruckender Kulisse die Nobodys namens „Engines“ – ein Terminus, in dem nur Insider den darin versteckten Code nach zukunftsweisenden Klangstrukturen entschlüsseln werden.

Das Sextett traut sich als Redaktionsband des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) ein Jahr nach der Gründung aus der Deckung des geschützten Übungsraumes mit einem abendfüllenden Programm an die Öffentlichkeit. Die durch interne Veto-Rechte erschwerte Songauswahl erscheint letztlich gelungen: Eingängige Cover-Versionen etwa von den Beatles, Eric Clapton, U2, Adele oder Pink Floyd, aber auch die härtere Gangart à la Green Day sind vertreten. Überdies zwei hörenswerte Eigenkompositionen von Sven Bohde, der dem Auftritt mit elegischem Gesang und dem eifrigen Einsatz seiner Ukulele eine besondere Note verleiht. Hinten rechts entdeckt man bei näherem Hinsehen Joachim Pohl, der einen unaufgeregten Bassmann gibt, sein Pendant auf der linken Seite ist Tobias Fligge mit flinken Fingern an güldener Gitarre; dazwischen hält Schlagwerker Niko Wasmund den Laden mit unbarmherzigem Rhythmus zusammen. Auch etwas versteckt: Antje Walther, die mit starker Stimme hinter dem Piano beweist, dass sie weit mehr beherrscht als das Verfassen feinsinniger Texte.

Ganz vorn aber lässt jemand keinen Zweifel daran, wer Frontman der mutigen Truppe ist: Uli Nobis, den man sonst von seinem stillen Wirken hinter der Bildstation kennt, mutiert zur Inkarnation der viel zitierten Rampensau, singt mit inbrünstiger Kraft, setzt zu solistischen Höhenflügen an, lässt seine Gitarre jammern und jaulen. Ja, er ist der Maschinist unter Volldampf, er gibt alles! Was ihm den Zuruf aus dem Auditorium einbringt: „So hart gearbeitet wie heute hat er wohl noch nie.“ Nobis mochte da nicht widersprechen.

Der Gig wird final versüßt durch den Gastauftritt von Can Yalim, einem Gründungsmitglied der Fab Six, der nicht nur für den ordentlichen Sound verantwortlich zeichnet, sondern dessen Gesang und Gitarrenspiel langjährige Erfahrung verrät. Auch wenn der Motor mal stottert, der Band bisweilen die Tücken von Technik, Tonart und hoher Stimmlage zusetzen – so what?! Den Musikern hat’s genauso Spaß gemacht wie den Gästen, unter denen neben vielen Kollegen und Stammgästen der Bier und Rauch geschwängerten Kneipe auch ein Scout aus der Profi-Szene gesichtet wird! Sie alle wissen, dass sie einen denkwürdigen Abend erlebt haben, spätestens dann, als sie durch die Pfützen des dunklen Parkplatzes im Zentrum von Husbyries zu ihren Autos waten.

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