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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:32 Uhr

Harrislee : Engagiert gegen Kinderarmut

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Arbeiterwohlfahrt: Kleine Summen ermöglichten manchem Kind die Teilnahme an Freizeitfahrten oder Fußballturnieren.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 15:25 Uhr

Renate und Hans-Hermann Callesen, Leiter der Awo Harrislee, sowie Mitstreiterin Helga Hansen sind vielfältig ehrenamtlich engagiert, nicht nur bei der Awo, auch in der Flüchtlingshilfe und der Kleiderkammer des Roten Kreuzes. Im Namen der Awo setzen sie sich leidenschaftlich gegen Kinderarmut in Harrislee ein.

Im vergangenen Jahr haben sie wieder auf dem Wochenmarkt, in Praxen, Geschäften, Apotheken, bei Nachbarn und Freunden Spenden gesammelt. Heraus kam eine große Summe. Aufgestockt durch die Kollekte vom Totensonntagsgottesdienst in der evangelischen Kirche, überbracht von Anna Wahlbrink vom Kirchengemeinderat, kamen 3000 Euro für bedürftige kleine Harrisleer zusammen. Mit „tiefer Dankbarkeit“ nahm Michael Schwind, Leiter des Hauses der Kinder und der Jugend, 2000 Euro, die Leiterin des Dänischen Freizeitheimes Kirsten Kröber 1000 Euro entgegen.

„So können wir unbürokratisch helfen. Wir geben das nicht leichtfertig aus“, freute sich Schwind. Mit den regelmäßigen Spenden der Awo seien Schulmaterial, Bücher, Ranzen, Mittagstischbeiträge finanziert worden: „Da ist ein großer Bedarf. Auch Kindergartenkinder können sich melden“.

Kleine Summen ermöglichten manchem Kind die Teilnahme an Freizeitfahrten oder Fußballturnieren, ergänzte Kröber: „Viele Kinder melden sich gar nicht erst, weil sie sich schämen. Darum gehen wir bewusst auf diese Kinder zu“.

„Wir unterstützen alle Harrisleer Kinder“, sagt Renate Callesen . Andere Menschen glücklich zu machen ist spürbarer Motor des Teams: „Das gibt uns sehr viel, macht uns zufrieden.“ Freude würde es bereiten, wenn auch von weiteren Institutionen Spendenunterstützung käme.

Von den rund 1400 Harrisleer Kindern zwischen 0 und 14 Jahren leben laut Sozialbericht 2015 des Kreises 330, fast 24 Prozent, in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften. Nach Schleswig und Kappeln ist das Platz drei. „Mit der Kinderarmut ist das ganz tragisch“, findet Schwind. „Seit Hartz IV existiert, gibt es Kinderarmut. Zu Zeiten von Sozialhilfe waren vor allem Kinder besser abgedeckt.“ Auch das Bildungs- und Teilhabe-Gesetz sieht er kritisch: „Es reicht hinten und vorne nicht“.

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