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Europa-Universität : Energieexperten aus Flensburg für die Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Studiengang für Energiemanagement der Uni wird 25 und feiert mit Ehemaligen aus Asien, Afrika und Amerika.

Flensburg | Unter den Absolventen sind beispielsweise ein ehemaliger Energieminister oder ein Aufsichtsrat – in Ruanda und Tansania. Zu zwei von drei Absolventen in aller Welt pflegt der Studiengang weiterhin Kontakte, schätzt Diplom-Ingenieur Wulf Boie. Er ist einer von vier Dozenten für „Energy and Environmental Management for Developing countries“ (EEM) an der Europa-Universität Flensburg. Der Studiengang feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum, seinen 300. Absolventen und richtet in der zweiten Septemberhälfte ein fünftägiges Alumni- (Ehemaligen-)Treffen in Flensburg und in der Akademie in Sankelmark aus. Das nächste soll in Indonesien stattfinden.

1989 sei die Uni Flensburg eine der ersten Hochschulen bundesweit gewesen, „die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und mit Unterstützung der Bund-Länder-Kommission einen speziell für Fachkräfte aus Entwicklungsländern konzipierten Studiengang anbot“, sagt Studiengangsleiter Professor Bernd Möller.

Der Masterstudiengang hieß anfangs Artes, nach 1999 Sesam und wurde fortan auf Englisch angeboten. 2009 wurde er schließlich ein Studienschwerpunkt (Entwicklungsländer) des Studiengangs Energie- und Umweltmanagement. Business und Energiewirtschaft, Projektmanagement und Erneuerbare Energien sind die drei zentralen Bereiche der drei Semester – mit dem Ziel, mehr Menschen den Zugang zu modernen Energiedienstleistungen zu ermöglichen und die Klimakatastrophe zu verhindern. Auf die acht Vollstipendien unter den jährlich rund 15 Studienplätzen habe es zuletzt 200 Bewerber gegeben, sagt Möller, insgesamt 250. Die 28 Studenten in den zwei aktuellen Jahrgängen stammen aus fast genauso vielen Ländern – unter anderem aus Äthiopien, Ghana, Nepal, Pakistan, Iran, China, Costa Rica, Bolivien. Allesamt sind bereits Ingenieure mit Berufserfahrung. Unter anderem sollen sie befähigt werden, „Technologien zu bewerten“ und im Kontext zu verstehen, erklärt Bernd Möller. In den letzten Jahren sei die Lehre vom „traditionellen zum projektorientierten Lernen umgestellt worden“, sagt Wulf Boie im Rückblick. Auf seine Initiative geht der „International Classroom“ zurück, der 2000 zunächst in Nepal verortet war. Doch wegen der Lage im Land musste eine Alternative gesucht werden und wurde im schottischen Achiltibuie gefunden. Seit 2002 verbringen die Studenten dort fünf Wochen gen Ende ihrer Studienzeit und arbeiten gemeinsam an der Lösung eines realen Energieproblems in der realen Welt. Neben Fachlichem werde den Studierenden so auch vermittelt, wie man als interkulturelles Team zusammenarbeite, hebt Wulf Boie heraus. Möglicherweise profitierten demnächst Bewohner einiger Sozialwohnungen in Schottland, die bislang noch mit Kohle heizten, von überschüssiger Energie.

Die Verantwortung, das Gelernte in die Heimatländer zu tragen, liege bei den Absolventen selbst. Das Netzwerk, das sich über Jahre entwickelt habe, sei eine „ganz wichtige Ressource auch für einander“, resümiert Bernd Möller. So gebe es Vereinigungen in Indien und Nepal, die ehemalige Flensburger EEM-Studenten aufgebaut haben und sich um Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien verdient machen. Vom 21. bis 25. September sehen sich rund 40 Ehemalige an ihrem Studienort wieder zum Alumni-Treffen und zur Graduierungsfeier.

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erstellt am 29.Aug.2015 | 14:00 Uhr

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