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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 16:11 Uhr

Semesterstart : Endspurt bei der Wohnungssuche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Laut Studentenwerk stehen weit über 200 Studenten noch auf der Warteliste für eine Unterkunft zum Vorlesungsbeginn der Uni.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Welch ein Glück: Die chinesische Christin, die zuletzt in Heidelberg studiert hat und nun einen Master an der Uni Flensburg anstrebt, hat einfach auf den Anrufbeantwortern einiger Pastoren in der Stadt ihr Hilfegesuch bei der Wohnungssuche hinterlassen. „Wo wir helfen können, machen wir das natürlich gern“, sagt der Pastor, der sich mit seiner Ehefrau der Chinesin annahm. Über das „Netzwerk christlicher Kirchen“, so drückt es der Pastor aus, war die Mühe relativ schnell von Erfolg gekrönt, doch gelinge dies nur im Einzelfall. Auch aus diesem Grund möchte er lieber im Hintergrund bleiben. Das Pastorenpaar fragte Menschen in der Gemeinde nach freien WG-Zimmern, sprach die Campus-Engel an und forschte im Internet. Bei den Kleinanzeigen auf Ebay wurde es fündig; nun ist die 36-jährige Studentin aus einer Millionenstadt im Norden Chinas bei einer westafrikanischen Mitbewohnerin untergeschlüpft – im Norden Flensburgs – und kann mit dem Semesterticket für den Bus bequem den Campus ansteuern.

So viel Glück hatten noch nicht alle neuen Studenten der Europa-Universität Flensburg, die am Montag, 19. Oktober, eine Einführungswoche zur Orientierung erwartet, bevor eine Woche darauf die Vorlesungen des Wintersemesters beginnen. Susan Schrader, Geschäftsführerin des Studentenwerks SH, beziffert die Zahl der Bewerbungen für Studentenwohnungen zum Semester mit 450. Vor wenigen Tagen standen 230 davon noch immer auf der Warteliste. Diese werde „immer neu gemischt, denn die ZVS-Nachrücker müssen auch eine Chance bekommen“. Ansinnen des Studentenwerks sei, preisgünstigen Wohnraum anzubieten, der sich innerhalb des Bafög-Regelsatzes bewege, sagt Susan Schrader. Als Anstalt des öffentlichen Rechts werde das Studentenwerk schließlich aus den Beiträgen der Studenten bezahlt. Auch Kinderbetreuungs-, Essens- und psychosoziale Beratungsangebote unterbreite die Einrichtung für seine Klientel im Land.

Vier Wohnheime des Studentenwerks SH gibt es in Flensburg: Haus Flensburg, Haus Norderburse, Haus Sandberg und das Campus-Wohnheim. Letzteres in der Thomas-Fincke-Straße 3-5 verfügt sogar über vier (bedingt) rollstuhlgerechte Zimmer, zwei Mutter-Kind-Apartments und eine Kindertagesstätte am Wohnheim. Ein fünftes Wohnheim soll bis zum Sommersemester 2017 neben dem Campusbad entstehen (wir berichteten). 113 weitere studentische Unterkünfte kommen dann in Flensburg hinzu.

Aus Sicht des Allgemeinen Studenten-Ausschusses (Asta) der Uni gestaltet sich die Wohnungssuche für Studierende in der Stadt „sehr problematisch“. Dies sei der schieren Zahl der Studierenden geschuldet – mit Kommilitonen im Auslandssemester, Gasthörern und Promotionsstudierenden benötigten 9500 Studierende Wohnraum, den man sich leisten kann. Mit der Angleichung an die Internationalen Vorlesungszeiträume sämtlicher Studiengänge im Bereich des Internationalen Managements nähere man sich zudem den Zeiten der Fachhochschule an.

Paul Jakob Weber, Asta-Vorsitzender, wünscht sich Liegenschaften für studentischen Wohnungsbau in unmittelbarer Umgebung. „Als in Frage kommende Plätze sehen wir in Campusnähe nur noch den Parkplatz zwischen Campus-Bad sowie dem angrenzenden Wohnheim. Wir plädieren dafür, Bebauungsflächen im Umkreis der Innenstadt für studentische Wohnheime beispielsweise durch den Abriss des alten Hallenbades oder bereits bestehende Gebäude gezielt an Studierende, Auszubildende oder junge Familien zu vermieten.“

Die Gleichstellungsreferentin des Asta, Katja Lettmann, richtet das Augenmerk auf die Verbesserung barrierefreien und familienfreundlichen Wohnens. Beide studentischen Vertreter positionieren sich auch zur aktuellen Flüchtlingslage und plädieren für eine „weltoffene und bunte Stadt“. Tagtäglich suchen geflüchtete Menschen Zuflucht in Schleswig-Holstein. „Der soziale Wohnungsbau erhält hierdurch eine noch bedeutendere Rolle als ohnehin schon. Wir sind der Meinung, dass sich diese Notwendigkeit mit dem immer knapper werdenden studentischen Wohnraum nur in einem sich ergänzenden Lösungsprozess adäquat bewerkstelligen lässt.“

www.studentenwerk.sh

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