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Einzelhandel in Flensburg : Endspurt bei der Weihnachtsrallye

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Handel in Innenstadt und Einkaufszentren kann in diesem Monat mit rekordverdächtigen Umsätzen rechnen

Schon alle Geschenke im Sack? Der Endspurt im Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren. Und die Nachrichten aus der Innenstadt klingen vielversprechend. Der Handel könnte nach ersten Schätzungen vor Umsätzen in Rekordhöhe stehen. Bereits am Mittwoch hatten viele Kaufleute in Flensburg locker das Vorjahresniveau erreicht.

Hintergrund: 2015 fiel der Heiligabend auf einen Donnerstag. „So gesehen haben wir in diesem Jahr zwei zusätzliche Tage, an denen unsere Kunden einkaufen können“, sagte Ulf von Finthel, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft „City Flensburg“. In der Tat hatten die Kunden nach dem vierten Advent noch jede Menge Zeit, um auf Geschenkejagd zu gehen. Schon zuvor hatte der Handelsverband Deutschland mitgeteilt, dass er mit dem umsatzstärksten Dezember aller Zeiten rechne. Und wer nach einem Indikator für die prächtige Kauflaune der Kunden suchte, brauchte nur einmal einen Blick in die prall gefüllte Fußgängerzone oder in die Malls der Einkaufszentren zu werfen.

Ulf von Finthel hat nach Rücksprache mit Mitgliedern der IG einen guten Eindruck gewonnen: „Ich habe eine große Zufriedenheit feststellen können. Verbunden mit der Hoffnung, dass wir deutlich über dem Vorjahr liegen.“ Das hofft auch Karstadt-Chef Andy Grabowski: „Alles gut, wir sind sehr zufrieden.“ Gleichwohl, räumt von Finthel ein, falle die Große Straße nach wie vor deutlich gegenüber dem Holm ab. „Dort ist es einfach viel belebter.“

Das Gros der Händler in der Großen Straße ist in der Flensburger Gilde organisiert. Dieser Kaufmannschaft haben sich 134 Geschäfte im gesamten Stadtgebiet angeschlossen. Deren Vorsitzender Jens Drews relativiert die überwiegend gute Einschätzung. „Die Stadt ist voll wie nie“, sagt er. Aber die hohe Besucherfrequenz schlage nicht unbedingt auf die Umsätze durch. „Es kommen viele Skandinavier, aber im gehobenen Einzelhandel fällt auf, dass solvente Dänen fehlen.“ Im Übrigen sei die Witterung als Kaufanreiz für Winterkleidung nicht ideal. „Es ist einfach zu warm.“ Drews hofft nunmehr auf eine Kauf-Rallye zum Schluss.

Wie Stefan Thurner, Inhaber von Intersport – ansässig am Holm, in Förde- und Citti-Park. „Das Geschäft ist schleppend angelaufen. Viele Kunden haben ihre Käufe auf die Woche vor Weihnachten gelegt.“ Auch das Wetter komme dem Einzelhandel entgegen. Thurner hat festgestellt, dass die vielen Gäste aus Skandinavien nicht nur einen Tag, sondern gleich ein ganzes Wochenende hier verbringen. „Mindestens!“

Belebt der Weihnachtsmarkt das Geschäft zusätzlich? Wie berichtet, hatte es Beschwerden einiger Einzelhändler gegeben, die Weihnachtsbuden würden einzelne Geschäfte zustellen und dadurch die Umsätze negativ beeinflussen. Ulf von Finthel will in die Klage nicht einstimmen. „Die Stände sind konzeptionell klug aufgestellt.“ Schwierig werde es allerdings mittwochs und sonnabends, wenn sich Marktbeschicker darunter mischen und die Lücken füllen. Die haben dafür freilich eine Sondergenehmigung, solange der Südermarkt belegt ist. Von Finthel plädiert dafür, darüber nachzudenken, ob es nicht möglich sei, die Buden wie früher wieder versetzt zu beiden Seiten der Fußgängerzone aufzustellen. Dass ist nicht mehr möglich, seit die so genannte taktile Linie im Rahmen der Pact-1-Maßnahme installiert worden ist. „Aber wird sie eigentlich genutzt?“, fragt der Geschäftsführer von Peek & Cloppenburg. „Ich würde es jedenfalls begrüßen, wenn wir beide Seiten bespielen.“ Er sei in dieser Frage schon an die Tourismus-Agentur Flensburger Förde herangetreten.

In der Flensburg-Galerie ist die Stimmung vorsichtig optimistisch. Die Umsätze bewegten sich in etwa auf Vorjahresniveau, erklärt Center-Manager Andres Klein. Das sei in einer Zeit des Umbaus und Aufstockung des Mieterbesatzes durchaus erfreulich. „Die nackten Zahlen haben wir erst nächstes Jahr. Und natürlich gibt es immer Luft nach oben.“ 2017 will man mit frischem Schwung durchstarten. „Mit der Modernisierung wollten wir nicht ins Weihnachtsgeschäft eingreifen, aber ab 2. Januar wird sich auch optisch etwas tun bei uns.“ Beim Media-Markt im Citti-Park brummt das Geschäft: „Ich bin außerordentlich positiv gestimmt“, frohlockt Geschäftsführer Achim Schulz. Die Umsätze gegenüber dem Vorjahr seien deutlich angestiegen. Gefragt seien insbesondere mobile Audio-, TV- und Elektro-Geräte, zudem CDs und DVDs als klassische Kleingeschenke. Damit nicht genug: „Die Tage zwischen den Jahren“, ist sich Achim Schulz sicher, „werden auch noch einmal richtig stark sein.“

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erstellt am 22.Dez.2016 | 18:17 Uhr

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