zur Navigation springen

Flensburger Hafen : Ende für Getreide-Silos am Ostufer naht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg bringt die Neuordnung des Hafen-Ostufers auf den Weg. Die Bürger sollen von Beginn an beteiligt werden.

Flensburg | Jetzt wird’s Ernst: Die Stadt macht sich auf den Weg, das Hafen-Ostufer zwischen Werftkontor und gesperrtem Sicherheitsbereich völlig umzukrempeln. Am Dienstag im Planungsausschuss und am 11. September in der Ratsversammlung sollen die entsprechenden Grundsatzbeschlüsse gefasst werden. Bevor ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt wird, sollen die Bürger gehört werden. Als Projektentwickler ist das Unternehmen Bauplan Nord mit im Boot. Die Stadt hält an ihrem Ziel fest, hier in attraktiver Lage am Wasser nicht zuletzt das lang ersehnte Tagungshotel unterzubringen.

Die Aufgabe der Nutzung der Silos durch die Dansk Landbrugs Gravvareselskab (DLG) ist zunächst einmal ein weiterer Rückgang der hafengebundenen Wirtschaft. Doch dieser Niedergang bietet die Chance, an dieser besonderen Stelle im Stadtgebiet direkt am Wasser etwas Besonderes zu schaffen. Ohne dass es zu diesem Zeitpunkt schon konkrete Festlegungen geben kann, bringt die Stadt in ihrer Beschlussvorlage die Nutzungen Wohnen, Dienstleistungen und Hotel ins Spiel. Und: „Die Zugänglichkeit des Ufers muss für die Öffentlichkeit auf ganzer Länge gewährleistet bleiben.“ Außerdem: Der Bahnanschluss ist aus Sicht der Stadt nicht mehr erforderlich, das Freistellungsverfahren werde eingeleitet. Zwar ist von einem Abriss der Silos nirgendwo die Rede, doch bisher hat noch niemand ernsthaft für die theoretisch mögliche Umnutzung der weißen Riesen plädiert.

Bei all dem soll die Hafenwirtschaft nicht über die Kaikante ins Wasser fallen. „Der Wirtschaftshafen muss auch in Zukunft in der Lage sein, den best case seiner Entwicklung zu realisieren“, heißt es in der Vorlage. Also müssen vorhandene und neue Nutzungen verträglich sein, so dass künftige Bewohner nicht gegen Geruchs- oder Lärmbelästigungen klagen und somit alteingesessene Betriebe in die Knie zwingen.

Das Hafenufer ist ein sensibler Bereich, viele Flensburger schauen genau hin, was hier geplant wird, und melden sich notfalls lautstark zu Wort. Das weiß die Stadt. Deshalb plant sie eine breite Bürgerbeteiligung. Schon vor dem Wettbewerb der Profis sollen Ideen, Anregungen und Bedenken der Bürger gehört werden. Die beiden auf dem Ostufer aktiven Bürgerforen sollen in der Wettbewerbsjury zumindest einen Gästestatus mit Rederecht, aber keine Stimme erhalten. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden öffentlich vorgestellt – das war bei früheren Verfahren nicht automatisch der Fall. Und – wie üblich – wird der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt.

Ausdrücklich ausgeschlossen wird der Ausschluss der Öffentlichkeit: Die Promenade, die bisher beim Restaurant Mäder’s endet, soll nach Norden fortgesetzt werden. Dass das Ganze nicht billig wird, liegt auf der Hand: Planungs- und Grundstückskosten, Ablösung der Erbbaurechte, Herrichtung der Kaikante, Abbruchkosten – all das seien Projektkosten und dem Vorhaben zuzurechnen, sagt die Stadt.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 29.Aug.2014 | 15:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen