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Stadtbild und Stadtverkehr : Ende der Rumpelpiste Nordergraben?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt schlägt hellen Asphalt als Alternative für das Kopfsteinpflaster vor / Politiker diskutieren kontrovers / Auch Rathausstraße ist im Visier

Kopfsteinpflaster gehört zu Flensburg wie gelber Klinker. Darum gibt es hier auch „Leitlinien zur Gestaltung von Natursteinstraßen“. Der Nordergraben ist so eine klassische Natursteinstraße; in den Leitlinien ist er in Priorität I eingestuft. Dennoch denkt die Stadt jetzt laut darüber nach, die Pflastersteine aufzunehmen und die Straße bis auf die Ränder zu asphaltieren. Gleiches erwägt man auch für die Rathausstraße, die mit dem Nordergraben einen Straßenzug vom Zob auf die westliche Höhe bildet.

Grund für die Gedankenspiele sind Klagen von Anwohnern über Lärm und Erschütterungen, die durch den Zustand des Pflasters entstehen. Ein weiterer, von der Stadt ins Feld geführter Grund ist die schlechte Befahrbarkeit für Radfahrer. Das fällt besonders ins Gewicht, weil der Nordergraben wegen seiner relativ geringen Steigung gut als Radweg-Verbindung auf die westliche Höhe geeignet ist.

Die Aufgabe von Kopfsteinpflaster in der Innenstadt ist immer wieder Thema in Flensburg. So wird derzeit überlegt, die einst gepflasterte Straße Sandberg nach Fertigstellung der Tiefbauarbeiten zu asphaltieren; die Anlieger werden dabei eingebunden. Im Gegenzug soll die weiter oben auf dem Sandberg liegende Schreiberstraße künftig gepflastert werden.

Bei der ersten Vorstellung der Ideen für den Nordergraben in der Kommunalpolitik gab es sofort kontroverse Meinungen. So machte sich Pelle Hansen von den Grünen vor allem mit Blick auf den Fahrradverkehr für den Asphalt stark. Die Straße sei heute eine „No Ride Area“. Jürgen Helm (SPD) hingegen machte sich für den Erhalt des Stadtbildes stark und warnte vor dem hellen Asphalt, den die Stadt nach Lübecker Vorbild für den Nordergraben verwenden möchte. SSW-Mann Glenn Dierking fragte, ob ein Vergießen der Fugen den Erhalt der Pflasterung ermöglichen könne. Und Arne Rüstemeier (CDU) regte an, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Susanne Rode-Kuhlig brachte noch die Krankenwagen ins Spiel, die hin und wieder die Straße auf dem Weg zur Notaufnahme nutzen würden.

Wie Chefplaner Peter Schroeders erläuterte, ist vor allem für den Bereich des Stadttheaters eine besondere Gestaltung vorgesehen. Durch die Verwendung geschnittenen Granits könne man eine Art Passepartout für dieses Gebäude schaffen. „Wir geben den Gestaltungsanspruch nicht auf“, betonte er. Auch widersprach er Axel Kohrts Vermutung, dass weitere Straßen wie Südergraben und Friesische Straße folgen, wenn man erst einmal mit Nordergraben und Rathausstraße beginne. Er lobte die für die Lübecker Königsstraße gewählte Lösung mit aufgehelltem Asphalt. In einem nächsten Schritt werden jetzt wohl die Anlieger der Straße gehört.

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erstellt am 05.Dez.2016 | 07:20 Uhr

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