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Grosssolt : Empore marode – Orgel-Einweihung verschoben

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Großsolter Kirche soll eine neue Orgel bekommen. Doch der Boden der Empore ist zu schwer für das Instrument.

„Ein Drama kurz vor dem Ziel“ ereignete sich laut Pastor Philipp Kurowski in der Kirche Großsolt. Beim Aufsetzen der neuen Orgel auf die Empore entdeckte der Orgelbau-Auszubildende Daniel Reher, dass die hölzerne Konstruktion eine deutlich sichtbare Wölbung bekommen hatte. Ein Zeichen für Instabilität. Die bereits eingesetzten Teile der neuen Orgel wurden wieder abgebaut. „Wir waren voller Euphorie, das Einsetzen der Pfeifen stand unmittelbar bevor – und nun der Abbau, das ist für uns sehr schlimm“, sagt Orgelbauer Ulrich Bücking.

Nachdem Orgelbau-Azubi Daniel Reher die sich durchbiegende Empore aufgefallen war, wurde Alarm geschlagen. Das Entfernen der Verblendung legte die tragenden Balken offen: 3,5 Zentimeter dicke uralte Eichenbalken und einige Latten dienten als Unterlage für die schwere Orgel. Ein Stahlträger am vorderen Abschluss der Empore fing die Hauptlast des Instruments ab. Doch die Verbindung zum Mauerwerk ist marode. Gerade dort wird jedoch für die neue Orgel mehr Stabilität gebraucht. Das Freilegen des ganzen Bodens zeigte auch unzureichende horizontale Verbindungen. Die Empore trug zwar die alte Orgel, nach deren Ausbau hatte sich das Materials jedoch entspannt.

Pastor Kurowski forderte nach dem Alarm sofort Deckenstützen an, um ein Durchbrechen der Empore zu verhindern. Orgelbauer, Orgelsachverständige, Architekt, Statiker und Kirchenvorstand beschlossen einen Rückbau des im Aufbau begriffenen Instruments und das Herstellen einer tragfähigen Konstruktion.

Wie es zu diesem Missgeschick kam, kann im Nachhinein erklärt werden: „Die von uns gebaute Orgel hat andere Maße als die vorige, ihr Gewicht wird sich über eine größere Fläche verteilen. Sie wird auch den wandnahen Bereich der Empore belasten“, so Orgelbauer Bücking. Und dort befindet sich nun eine der Schwachstellen. „Wir bauen unsere Orgel stückweise auf, das Gewicht erhöht sich täglich. Irgendwann war es für die Unterlage zu viel. Deshalb gab sie nach“, sind sich die Experten einig.

„Die Kirchengemeinde ist froh, dass das Drama zu diesem Zeitpunkt passierte“, sagt Pastor Kurowski. „Noch fehlten die empfindlichen Pfeifen. Weder sie noch die Orgelbauer noch Kirchenbesucher kamen zu Schaden.“ Dafür ist der Pastor dankbar. „Wir freuten uns auf das angekündigte erste Konzert im Oktober. Auch wenn der Umfang der Baumaßnahmen noch nicht abzusehen ist, hoffen wir, dass die neue Orgel zu Weihnachten erklingen wird.“

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