TSB Flensburg : Eklat bei Demo für die Reitbahnhalle

TSB-Chef Frerich Eilts bei der Demo.
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TSB-Chef Frerich Eilts bei der Demo.

Bürgermeister Brüggemann erinnert an die Sparkassen-Vergangenheit des TSB-Vorsitzenden – und handelt sich Pfiffe und Buhrufe ein.

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11. Juli 2014, 09:00 Uhr

In der ungelösten Frage, wo die rund 750 TSB-Mitglieder aus der Halle an der Reitbahn künftig Sport treiben können, haben sich die Fronten gestern Nachmittag verhärtet. Bei einer Demonstration vor dem Rathaus signalisierte Bürgermeister Henning Brüggemann zwar, dass man an einer Lösung arbeite und erklärte sogar selbstkritisch, dass man angesichts von Gesprächen seit 2010 über die stark sanierungsbedürftige Halle weiter sein könnte. Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt sei jede Investition ein Abwägungsprozess, sagte Brüggemann und fragte: „Stärkt es Ihr bürgerschaftliches Engagement für eine sportliche Sache, dass der einstige Vorstand der Flensburger Sparkasse die Verhandlungen führt?“ Zwar nahm der Bürgermeister den Namen des TSB-Vorsitzenden Frerich Eilts nicht in den Mund, erinnerte aber vor Sportlern, Übungsleitern, Kindern und sportlichen Senioren an Folgendes: „Der Rechtsnachfolger der Sparkasse musste mit dreistelligen Millionenbeträgen gestützt werden.“ Die Stadt, die den Ex-Direktor für den Niedergang von der Flensburger Sparkasse verantwortlich macht, habe 2010 glatte 14 Millionen investive Mittel in die Nospa zur Stützung des Nachfolgers geben müssen – Geld, das man auch für Schulen, Kitas und Sportanlagen hätte ausgeben können.

Schnell wurde klar, dass die zu mehreren hundert zusammengekommenen engagierten TSB-Demonstranten von Sparkassen-Millionen nichts wissen wollten. Es gab Pfiffe, Trillerpfeifen-Getöse und Buhrufe. Die TSB-Mitglieder finden, dass der Bürgermeister aus der Reitbahnfrage die Politik heraushalten solle. Und mehr noch: „Ohne Herrn Eilts gäbe es diesen Sportverein in dieser Form und Größe nicht“, erklärte Birte Hufnagel, eine der hauptamtlichen Sportleiterinnen des TSB. Der Standort auf dem Friesischen Berg sei nicht nur Herz des TSB. Zwei Drittel der Sportler kämen zu Fuß hierher. Der Stadtteil brauche den TSB einfach. TSB-Chef Frerich Eilts ergriff ebenfalls kurz das Wort, sagte aber, er wolle auf die Äußerungen des Bürgermeisters nicht eingehen, obwohl er auch dazu sprechen könne, wie Brüggemann sich in der Sparkassen-Angelegenheit verhalten habe. „Aber das tue ich nicht, wir kämpfen in der Sache das Sports.“

Das Problem: Im Rathaus sieht das nicht jeder so. Politiker Heinz-Werner Jezewski (Linke) etwa findet, dass der Verein seine sportlichen Kinder ebenfalls politisch missbrauche, wenn er mit mehreren hundert Kindern zur Demo komme. Ex-Ratsherr Christoph Meißner indes sieht das anders. Er halte die Brüggemann-Kritik für ein Ablenkungsmanöver: „Die Stadt will eine Strategie für bald 100.000 Einwohner, baut aber immer mehr Angebote ab.“

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