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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 04:15 Uhr

Minus 14 Grad : Eiskaltes Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Niedrigste Temperatur auf dem Flugplatz Schäferhaus – und auf dem Hafenwasser bildet sich die erste dünne Eisschicht

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 07:56 Uhr

Klirrende Kälte über der Fördestadt: Selten hat der Winter die Stadt so kalt erwischt wie in der Nacht zum Donnerstag. Knallharte Eispanzer auf den Autoscheiben, Autobatterien, die mit fremder Hilfe wieder aufgepäppelt werden mussten, Teiche und Seen unter einer Eisdecke. Einen Winter dieser Qualität hat es seit langem nicht gegeben. Der Höhepunkt: Auf dem Flugplatz Schäferhaus wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag minus 14 Grad Celsius gemessen.

Eigentlich hat sich der Flensburger an milde Winter gewöhnt. Tiefdruckgebiete, die Wolken von Westen heranschieben und diese wie eine wärmende Decke über das Land legen, Wind, der von Westen oder Osten über die See streicht und mit deren milder Temperatur den harten Frost dämpft.

All’ diese angenehmen Situationen gab die Wetterlage der vergangenen beiden Tage nicht her, erläuterte gestern ein Mitarbeiter des Wetterdienstes des ehemaligen Flottenkommandos. Der Himmel über Flensburg war in der Nacht zum Donnerstag völlig frei von Wolken, die die Wärme des Tages hätten speichern können. Dann strich leichter Südostwind über das Stadtgebiet, der die Kälte vom ausgekühlten Festland nach Flensburg trug. Das Resultat: knackige Minusgrade.

Allerdings unterschiedlich tief im Stadtgebiet und in der Nachbarschaft. In Weiche zeigte das Thermometer gestern kurz vor zehn Uhr acht Grad minus, Harrislee hatte mit minus zehn Grad den ersten Platz der Hitliste. Die Wärme der Innenstadt schlug sich am Vormittag mit minus 7,5 Grad nieder, während Mürwik noch minus zehn Grad aushalten musste.

Bei der Kälte überzog eine leichte Eisdecke den Hafen. Sie reichte nach Beobachtungen der Wasserschutzpolizei über die Grenze des Hafens hinaus bis in die Innenförde, etwa zur Höhe der Marineschule. „Das geht schnell, weil im Hafen ja keinerlei Bewegung ist.“ Allerdings bestehe bei der aktuellen Situation nicht die geringste Chance, auf dem Eis zu spazieren oder Schlittschuh zu laufen. „Die dünne Eisdecke zu betreten, ist lebensgefährlich“, warnte der Wasserschutzpolizist.

Und auch die Stadt Flensburg hält sich bedeckt. Im Aufgabenspektrum der für Sicherheit und Ordnung zuständigen Verwaltung sei die Messung der Eisdeckenschicht auf Gewässern nicht vorgesehen. „Wir geben ohnehin keinerlei Empfehlungen ab, ob Eislaufen ohne Gefahr möglich ist oder nicht. Das Risiko ist uns viel zu groß“, erklärte gestern Kathrin Ove von der Pressestelle der Stadt. Ihr Kollege Clemens Teschendorf ergänzte: „Schlittschuhlaufen auf überfluteten und überfrorenen Wiesen mag ja funktionieren. Aber man sollte sich schwer überlegen, ob man das Eis auf tieferen Gewässern betritt.“

Ganz und gar frei von jedem sportlichen Geschehen war gestern der Niehuuser See in Harrislee. Offensichtlich traute sich noch kein Schlittschuhläufer auf die Eisdecke. Die bot auch keinen Anblick, der das Gefühl von Sicherheit produzierte. Die weiße Eisschicht war an etlichen Stellen noch dunkel und fleckig – wie wenn Wasser durch Risse gedrungen sei. 

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