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Flensburger Tageblatt

25. November 2017 | 03:18 Uhr

Mittelangeln : Eisenbahngeschichte zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein neue Modellanlage im Satruper Dorfmuseum zeigt die Satruper Verkehrsanbindung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Freude in Satrup über die Rückkehr der Eisenbahn. Im Dorfmuseum kann die Eisenbahngeschichte des Ortes im Miniaturformat jetzt erlebt werden. Tanja Jansen und ihren Mitstreitern vom Verein für Dorfgeschichte, ist ein kleiner Clou gelungen. Auf einer Größe von 4,50 x 2 Metern wird die Original Eisenbahnsituation in Satrup von 1900 bis 1937 im Miniaturformat präsentiert. Erstellt haben die Anlage Mitglieder des Modelleisenbahn-Clubs Tarp. Nach fast dreijähriger Planung und Fertigung wurde die Anlage jetzt mit einem Lkw von Tarp nach Satrup befördert und dort im Erdgeschoss des Museums aufgebaut.

„Unser Ausstellungsschwerpunkt ist Handel und Gewerbe, und die Eisenbahn gehört dazu“, begründet Vereinsvorsitzende Tanja Jansen, warum sich der Verein um eine detailgetreue Nachbildung der Satruper Bahnsituation bemüht habe. Die Eisenbahn war in Angeln von etwa 1900 bis Mitte der 1970er-Jahre ein wichtiger Verkehrsträger. Nicht nur im Personenverkehr, sondern auch für den Transport von Waren aller Art. Durch die Fleischwarenfabrik Redlefsen, die Mühle Clausen und weiterer Unternehmen war Satrup bereits damals ein wichtiger wirtschaftlicher Standort. Eine Schmalspurstrecke erreichte 1901 von Flensburg kommend Satrup und führte dann weiter durch Ostangeln nach Rundhof, wo die Anbindung an die Strecke Flensburg-Kappeln hergestellt wurde.

Gern wollte man auch eine Linie nach Schleswig einrichten. Daran zeigte der Kreis Schleswig aber kein Interesse, da man bereits eine Normalspurbahn von Schleswig nach Kappeln betrieb. So wurde ein weiteres Normalspurgleis von Schleswig nach Satrup verlegt. Jede Bahn baute einen eigenen Bahnhof. Im ehemaligen Bahnhof Richtung Flensburg befindet sich heute die Amtsverwaltung und der gegenüberliegende Schleswiger Bahnhof ist heute ein Wohnhaus. Damit sowohl die Schmalspurfahrzeuge als auch die Normalspur das Werk Redlefsen erreichen konnte, lagen dort drei Schienen auf der Schwelle.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren enorm. War die Flensburger Kreisbahn für 3000 Züge pro Jahr konzipiert, fuhren im Rekordjahr 1913 über 7000 Züge, die 227 000 Personen, über 37 000 Tonnen Fracht und mehr als 33 000 Tiere transportierten, die von den Unterwegsbahnhöfen zu Redlefsen transportiert wurden. 1938 endete die Geschichte der Flensburger und 1975 die der Schleswiger Kreisbahn.

„Wir haben uns sehr intensiv mit der Satruper Eisenbahngeschichte beschäftigt“, berichtet Thomas Besgen vom Tarper Modelleisenbahn-Club. Für die Vereinsmitglieder war zum einen die Geschichte der Bahnstation und zum anderen die technische Umsetzung sehr interessant. Hilfreich dabei waren die zur Verfügung gestellten Fotos und alte Gleispläne. Neben der originaltreuen Verlegung der Schienen galt es auch die Umgebung maßstabgerecht nachzubauen. Im Mittelpunkt stehen die beiden Bahnhöfe und die alte Windmühle. Ein kleines Wäldchen schließt die Anlage nach Westen ab. Drei Lokomotiven und ein Triebwagen, ebenfalls den Originalen nachempfunden, verkehren auf der Minibahn. Um einen Umlauf zu ermöglichen, mussten Gleisanlagen unter der Platte angelegt werden.

Mit einem symbolischen Abfahrtszeichen eröffnete Tanja Jansen die neue Modellbahn, die so ihre Erwartung, viele kleine und große Eisenbahnfreunde ins Museum locken will. Das Museum für Dorfgeschichte ist sonntags von 10.30 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

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