Blitzeis und Tauwetter in Flensburg : Eis-Gefahr von oben - TBZ beklagt schlechte Schneeräum-Moral

An der Ecke Mürwiker Straße / Osterallee macht eine Riesenpfütze das Überqueren für Fußgänger unmöglich.
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An der Ecke Mürwiker Straße / Osterallee macht eine Riesenpfütze das Überqueren für Fußgänger unmöglich.

Zehn Glätteunfälle bis heute Morgen: Ab heute besondere Vorsicht vor rutschenden Schneemassen und fallenden Eiszapfen geboten

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05. März 2018, 07:09 Uhr

Regen ab 5 Uhr, Schnee ab 6.30 Uhr - und wieder Regen ab 7.30 Uhr: Autos kaum vom Blitzeis zu befreien, vielleicht besser den Bus nehmen, Fragen, ob die Schule stattfindet: Der Montagmorgen begann mit großer Aufregung in Flensburg. Immerhin Aktivbus schien weitgehend pünktlich unterwegs. Schulkinder aus der Stadt machten sich auf den Weg in die Schulen. Eine offizielle Mitteilung des Ministeriums über Schulausfall in Flensburg gab es nicht: Eltern sollten für ihre Kinder entscheiden, was zumutbar und ohne größere Gefahr möglich ist. Mehrere Landbusse stellten dagegen offenbar Fahrten ein.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Sandra Otte gab es von gestern Abend bis heute Morgen insgesamt zehn glättebedingte Verkehrsunfälle. In einem Fall wurde eine Person leicht verletzt. "Mit überfrierender Nässe muss man im Moment immer rechnen. Wir hoffen, dass die Leute das im Hinterkopf haben", erklärte Otte.

Nach dem Blitzeis kam ab spätestens 9 Uhr die große Schmelze - wieder vor allem zum Nachteil der Fußgänger. Die häufig nicht geräumten oder von Räumfahrzeugen vollgeschobenen Wege werden immer tiefer und matschiger. An der Ecke Mürwiker Straße / Osterallee macht eine Riesenpfütze das Überqueren für Fußgänger unmöglich. Nur wenn man auf einen großen Schneehügel klettert, kann man es hier trocken schaffen. Sowohl entlang von zahllosen Privatgrundstücken als auch  auf Fußwegen für die die Stadt selbst verantwortlich ist wie zum Beispiel die Bismarckbrücke oder die Heinrichstraßen-Unterführung war es für Fußgänger sehr beschwerlich. "Bei vielen Anwohnern hat die Moral etwas gelitten", erklärte Geoffrey Warlies vom Technischen Betriebszentrum (TBZ) der Stadt. Wegekontrolleure des TBZ würden an den betroffenen Häusern Hinweisschilder einwerfen. Warlies räumte aber ein, dass das TBZ auch noch einige Abschnitte auf dem eigenen Räumzettel habe. "Gestern waren es vor allem Bushaltestellen, aber nicht immer auf der ganzen Länge."

Etliche Gebäude sperrten gestern die Bürgersteige rund um ihr Anwesen, um Passanten vor möglichen herabstürzenden Schnee- und Eismassen zu schützen - Zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie weitere Hauseigentümer an der Viktoriastraße oder der SBV an der Bismarckstraße.

Anwohner von Nikolaiallee und Friedensweg beklagen dagegen tiefe vereiste Fahrspuren, die das Autofahren kaum mehr möglich machten.

Das ganze Wochenende hindurch kämpfte die Feuerwehr mit den Schnee- und Eismassen und deren Folgen. Rund 100 Hilfseinsätze hat die Flensburger Berufsfeuerwehr mit ihren zwei Drehleitern seit Beginn des großen Schnees absolviert. Durch die hohe Schneelast und Sonnenstrahlung vom Wochenende kam es im gesamten Stadtgebiet immer wieder zu gefährlichen Situationen. Große Schneebretter lösten sich von Dächern, Eiszapfen drohten auf die Fahrbahn zu fallen oder Fußgänger auf den Gehwegen zu gefährden. Gestern musste die Drehleiter der Feuerwehr schon bis zum Mittag zehn Einsätze leisten.

Bereits am Freitag hatte die Stadtverwaltung an die Hauseigentümer appelliert, das Problem auf und an den Dächern nicht zu unterschätzen. Im Zuge Ihrer Sicherungspflicht seien Hauseigentümer dazu verpflichtet, solche Gefahrenquellen rechtzeitig zu entfernen und dafür Sorge zu tragen, dass diese möglichst gar nicht erst entstehen. Mit dem ab heute Mittag zu erwartenden Tauwetter dürfte diese Gefahr noch deutlich steigen.

Zudem gab es am Wochenende in allen Teilen der Stadt zunehmend Kritik an seit Donnerstag noch gar nicht geräumten Fußwegen – zum Beispiel an der Unterführung Heinrichstraße in der Innenstadt, rund um den Mürwiker Garten am Wasserlooser Weg oder an der Lilienthalstraße in der Nähe des Citti-Parks, wo Fußgänger bei HG Lorenz auf eine Schneewand trafen. Die Stadt habe verboten, hier zu räumen, so ein Mitarbeiter.

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