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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:57 Uhr

Flensburg : Einstimmig: Drei neue Grundschulen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Bildungsausschuss bringt städtische Bauplanungen für Fruerlund, Ramsharde und eine neue Hohlwegschule auf den Weg.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 19:26 Uhr

Flensburg | Eine einzige Enthaltung bei drei Beschlüssen für die Planung dreier nagelneuer Grundschulen – mit diesem einstimmigen Votum einer ganz überwiegend positiv gestimmten Politik endete am Mittwochabend die Diskussion um eine zügige Vorplanung für drei Neubauten der in die Jahre gekommenen Grundschulen Ramsharde, Fruerlund und Hohlweg. Den Hintergrund, warum die Stadt besonders aufs Tempo drückt, erläuterte Immobilienchef Michael Draeger: Nur wenn eine Schule bis Ende 2018 bereits fertig ist, winken Fördergelder aus den gerade aufgelegten Bauprogrammen des Bundes.

Bildungsfachbereichsleiter Wolfgang Sappert legte auf die dreifache Grundschulvorplanung, zu der zumindest an der Hohlwegschule und in Fruerlund eine Kita (Kindercampus) fest konzipiert sind, noch einen Zusatz obendrauf: „Die Hallenkapazitäten reichen nicht“, erklärte Sappert. Es könne also auch noch die Planung einer zusätzlichen Schulturnhalle dazukommen, sagte er.

Am allergrößten scheinen die Nöte in der Schule Ramsharde zu sein. Schulleiterin Kirsten Nissen berichtete, das Gebäude sei in einem sehr schlechten, ja miserablen Zustand: „In den Sommerferien mussten zwei Räume gesperrt werden.“ Alle Anforderungen der Zukunft von Inklusion bis zum Daz-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) könnten so nicht erfüllt werden. Schon im kommenden Jahr wisse man auf der Ramsharde nicht mehr, wo alle Kinder Platz finden sollen, sagte Nissen und ergänzte mit Blick auf den Kooperationspartner Comeniusschule: „Optimal fänden wir ein Bildungszentrum Nord mit Kita.“ Die Bildungspolitiker dürften das als Bewerbung für den ersten Neubau gewertet haben – denn drei große Schulneubauten zugleich dürften der Stadt doch zu ambitioniert sein – schließlich sind bereits die Planungskosten mit gut 650  000 Euro veranschlagt.

„Bei uns schwingt der Boden nicht, bei uns tropft es mehr“, sagte Hohlweg-schulleiterin Marlis Fenner. Durch den Umzug der offenen Ganztagsschule vom Hauptgebäude ins Gartenhaus seien Gruppenräume verlorengegangen. Man arbeite mit offenen Türen und auf den Fluren. Als „irritierend“ bezeichnete sie die Darstellung in der Beschlussvorlage, dass die Grundschüler am angedachten neuen Standort Käte-Lassen-Schule die Sporthalle mitnutzen könnten: „Die ist kaum größer als unsere.“ Offen ist angesichts wachsender Grundschülerzahlen in Flensburg und zusätzlicher Flüchtlingskinder, die mittelfristig in alle Innenstadtschulen drängen, ob eine Planungsgröße für 220 Schüler (aktuell 185) ausreicht.

Auch Fruerlundschulleiter Jürgen Schlüter weiß nach sieben Jahren am Bohlberg auch allerhand zu berichten: „Wir haben Schimmel, der von oben kommt.“ Derzeit gingen hier 210 Kinder zur Schule: „Bei uns stehen aber jeden tag neue DaZ-Kinder vor der Tür.“

Was in der Sitzung nur am Rande eine Rolle spielte: Um die Inklusion der Förderschüler voranzubringen, will die Stadt weitere Kooperationsstandorte neben der Schule Adelby schaffen. In der Stadt Flensburg nehme die Zahl der Schüler mit Förderbedarf Geistige Entwicklung in inklusiven Unterrichtsformen stetig zu, weil die Bedingungen in den Grundschulen inzwischen recht gut seien und eine echte Alternative zur Beschulung in der Friholtschule bieten. Es sind zurzeit 26 Schüler. „Trotzdem wäre ein Weg zu ausgelagerten Klassen in Kooperation mit Grundschulen ein weiterer großer Schritt“, sagt Peter Grunewald von der Friholtschule.

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