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Bürgerbeteiligung : Einsatz für ein „gesundes Viertel“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im zweiten Teil der Serie über Stadtteilforen in Flensburg steht die Aktionsgemeinschaft des Stadtteils Weiche im Mittelpunkt. Vor über 20 Jahren wurde sie gegründet.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Flensburg | Vor über 20 Jahren hat alles angefangen. Damals haben sich die Gründungsmitglieder Gerhard Schmidt und Horst Otte mit einigen Leuten – darunter dem Pastor, dem Schulleiter und Vereinen – zusammengesetzt. Sie alle hatten dasselbe Anliegen: Etwas für ihren Stadtteil zu tun und einzelne Gruppen erreichen. Kirche und Sportverein informierten zu jener Zeit über eine eigene Zeitung, die Feuerwehr hatte Aushängekästen. Ein Magazin, mit dem sich alle Weicher Bürger angesprochen fühlten, gab es nicht. Und so entstand die Aktionsgemeinschaft „Gesunder Stadtteil Weiche“ – mit einer gemeinsamen Stadtteil-Zeitung, die sechs Mal pro Jahr erscheint.

Sämtliche Institutionen sind in der Gemeinschaft unter einem Dach zusammengefasst. Das Ziel ist es, auf Missstände in Weiche aufmerksam zu machen und die Lebensbedingungen dort zu verbessern. Zur Gründungszeit wünschten sich die Bürger einen „schöneren Stadtteil, in dem der Verkehr Rücksicht auf die Bürger nimmt“, erinnern sich Schmidt und Otte.

Das Thema Verkehrsberuhigung ist auch heute noch aktuell. Der Schwerlastverkehr ist der Aktionsgemeinschaft ein Dorn im Auge, denn viele Lkw nutzen den Ochsenweg und den Alten Husumer Weg zur Durchfahrt nach Skandinavien. „Wir haben ein Nachtfahrverbot für den Schwerlastverkehr erreicht und die Tempo-30-Zone durchgesetzt“, erzählt Otte erfreut. Und fügt hinzu: „Das Problem kann man nicht von heute auf morgen lösen.“

Ein wichtiges Thema ist auch die Barrierefreiheit im Stadtviertel. An der Haltestelle Freibad stehen die Leute beispielsweise auf der Wiese, wenn sie aus dem Bus steigen. Für die Aktionsgemeinschaft und die Betroffenen ist das nicht ideal. Verbesserungswürdig ist auch die Busverbindung zum Bahnhof. „Es gibt keine Linie, die direkt von Weiche zum Bahnhof fährt“, weist Schmidt auf das Problem hin. Auch die Barrierefreiheit im Stadtviertel sorgt für Gesprächsstoff. An der Haltestelle Freibad stehen die Menschen auf der Wiese, wenn sie aus dem Bus steigen. Nicht ideal, finden die Mitglieder des Forums Weiche.

Alle Themen, die die Bürger betreffen, werden bei den regelmäßigen Treffen der Aktionsgemeinschaft besprochen. Ein fester Stamm von acht Personen ist bei jeder Versammlung im Sportheim des ESTV Weiche dabei – plus Einwohnern. Viele von ihnen möchten nur zuhören, andere kommentieren auch. Damit etwas bewegt werden kann, ist das Forum auf die aktive Mitarbeit der Anwohner angewiesen.

In Sachen Beteiligung können sich die die Flensburger Stadtteilforen bald auf die Schulter klopfen. In wenigen Wochen tritt nämlich eine Richtlinie zur Einbindung der Foren in Entscheidungsprozesse in Kraft. Schmidt: „Es müssen nur noch die letzten Unklarheiten besprochen werden.“ Wenn alles in trockenen Tüchern ist, lädt die Stadtverwaltung die Foren zu regelmäßigen Gesprächsrunden ein und sorgt dafür, dass sie stets über alle Themen, die sie betreffen, auf dem Laufenden sind.

 

 

 

 

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