zur Navigation springen

10. Folk Baltica : Einmal um die Ostsee und die Bernsteinstraße runter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Folk-Baltica überschreitet in diesem Jahr sowohl regionale als auch Genre-Grenzen. Vom 7. bis 11. Mai erwartet das Festival wieder zahlreiche Besucher.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 10:44 Uhr

Flensburg | So viel ist sicher: Das zehnte Festival wird ein ganz besonderes. Kein Länderschwerpunkt, sondern zwei große Reisen bilden das Gerüst. Die eine führt um die ganze Ostsee herum: „Wir haben Künstler aus allen Anrainerstaaten dabei“, sagt Harald Haugaard, künstlerischer Leiter von Folk-Baltica. Die andere Reise führt zu dem Kuriosum, dass beim Festival 2014 erstmals eine Sängerin dabei ist, deren Wurzeln in Sizilien liegen. Auch ein Ensemble aus Österreich hat einen Auftritt.

„Ich habe das Gefühl, dass Folk-Baltica mehr und mehr das Festival der Flensburger wird“, sagt Harald Haugaard, der häufig schon als Künstler dabei war. „Es wird langsam zum Eigentum der Flensburger.“ Mit anderen Worten: Längst kommen nicht nur eingefleischte Folk-Fans zu den Konzerten, Workshops und Vorträgen, sondern immer mehr Menschen, die einfach nur an guter Musik interessiert sind. Bestes Beispiel ist die Beteiligung der dänischen Trompetenlegende Palle Mikkelborg. Der gelernte Jazzer, der seit langem Genre-übergreifend arbeitet, spielt das Auftragswerk „Song tread lightly on my Heart“, das er eigens für dieses Konzert geschrieben hat (nur am 7. Mai im Alsion/ Sonderburg). Den Vokalpart übernimmt die dänische Sängerin Helene Blum.

„Das Etikett Folk stimmt nicht ganz“, ergänzt Festival-Geschäftsführer Peter Boll. „Einige unserer Künstler sind in ihren Heimatländern Stars.“ Das gilt zum Beispiel für die norwegische Sängerin Sigrid Moldestad.

Für Boll und Haugaard beginnt am 7. Mai das zweite Festival in ihrer Verantwortung. Die beiden ergänzen sich gut und verkörpern perfekt die grenzüberschreitende Idee von Folk-Baltica. Und sie bringen auch in diesem Jahr Neues: Hauptspielort am Freitag und Sonnabend ist das Deutsche Haus. Das heißt: Es gibt viel Platz – und die Chance, eine Idee, die die beiden vom Musikfestival in Nova Scotia / Kanada mitgebracht haben: den Festivalclub. Nach den beiden Hauptkonzerten geht es gegen 23 Uhr in der Imagine Bar, dem früheren Rieve, weiter. Hier gibt es Live-Musik auf kleiner Bühne, alle Festivalkünstler haben die Chance, spontan einzusteigen. Und Besucher können mit etwas Glück den Musikern am Tresen begegnen. „Ein bisschen denken wir dabei auch an das jüngere Publikum, für das die Nacht ja erst um diese Zeit beginnt“, sagt Boll augenzwinkernd.

Mit Erich Schmeckenbecher kommt am Freitag die Hälfte des legendären Folk-Duos Zupfgeigenhansel, Erich Schmeckenbecher, ins Deutsche Haus. Er gilt als stilsicherer Romantiker und hervorragender Instrumentalist. Das Trio Rosenrot aus Berlin interpretiert deutsche Volkslieder völlig neu. Sonnabend begeben sich sechs Künstler bzw. Gruppen auf die Reise entlang der Bernsteinstraße; sie werden alle auf der Bühne Platz nehmen und – hoffentlich - zum Finale gemeinsam spielen. Die zweite Hälfte des Konzerts bestreitet das schwedische Trio Väsen, auf das sich ganze Generationen junger Musiker berufen.

Weitere Highlights in Flensburg sind am Sonnabend, 24 Uhr, das Mitternachtskonzert im Museum, bei dem der dänische Akkordeonspieler Nikolaj Busk auf drei Sängerinnen aus drei Ländern trifft. Das von Harald Haugaard geleitete Folk-Baltica-Ensemble präsentiert sein Düppel-Programm am Sonntag im Visecafé.

Im Schifffahrtsmuseum gibt es eine Matinee der leisen Töne. Das Abschlusskonzert am Sonntag, diesmal in St. Marien, ist erneut „Wehmut und Hoffnung“ betitelt. Noch einmal kann man sechs Ensembles erleben – bevor die Vorfreude auf Folk-Baltica 2015 beginnt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert