Einmal Indien und zurück

Wir müssen unsere Töchter finden: Das versuchen die beiden Väter Hubert (Andreas Giebel) und Walter (Heinz Josef Braun), der indischen Polizei begreiflich zu machen.
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Wir müssen unsere Töchter finden: Das versuchen die beiden Väter Hubert (Andreas Giebel) und Walter (Heinz Josef Braun), der indischen Polizei begreiflich zu machen.

Mit der Komödie „Beste Chance“ setzt Regisseur Marcus H. Rosenmüller die Reihe über die Freundinnen Kati und Jo fort

<p>Martin Schulte ist Leiter der Kulturredaktion des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags.</p> von
24. Juni 2014, 18:03 Uhr

Wieder einmal Tandern: Zum dritten Mal entführt Regisseur Marcus H. Rosenmüller die Kinozuschauer in das beschauliche oberbayerische Dorf zu Kati und Jo.

In „Beste Zeit“ und „Beste Gegend“ kämpften die Freundinnen mit Schule, Eltern, Liebe und Abitur-Stress. Ihr jugendlich-trotziges Motto: „Auf Fahrtwind und Freiheit!“. Im dritten Teil „Beste Chance“ fünf Jahre später geht es nun ab nach Indien. Vor allem für Kati wird die Reise zum Wendepunkt, schafft sie es doch erstmals, über ihren Tellerrand hinauszublicken und ein echtes Abenteuer zu wagen.

Und so ist „Beste Chance“ mehr als eine Komödie über ein bayerisch-indisches Aufeinandertreffen. Der Film ist auch ein Plädoyer dafür, sich vom gemütlichen Alltag nicht einschläfern zu lassen, sondern sich immer wieder aufzuraffen. Indien sei für ihn eine Metapher, erläutert Rosenmüller, der schon seinen Abschlussfilm „Hotel Deepa“ dort gedreht hatte. „Da gehen einem die Augen auf, man sieht Sachen, die einen verändern, man kann nicht ungerührt weiterziehen, selbst wenn du als Tourist hinkommst.“ In „Beste Chance“ symbolisiert die Reise nach Indien einen Aufbruch. „Es geht darum, eingefahrene Schienen zu verlassen“, erklärt der Regisseur. So wie Kati (Anna Maria Sturm), die kurz vor den Diplomprüfungen ihres Architekturstudiums steht. Als sie eine merkwürdige Nachricht von Jo (Rosalie Thomass) aus Indien erhält, ist ihr sofort klar: Sie muss ihrer besten Freundin helfen. Vergeblich versucht sie, in Tandern Gleichgesinnte für den Trip zu Jo zu finden. Doch alle Freunde sind mit eigenen Problemen beschäftigt – Hausbau, Kinder, Job.

Also fliegt Kati alleine. Jo ist da zwar schon längst wieder auf dem Weg nach Tandern. Kati bleibt aber trotzdem dort. Sie ist fasziniert und genießt das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, von dem sie als Jugendliche so lange geträumt hat.In dieser Erkenntnis liegt für den Regisseur auch die „Beste Chance“: „Zu wissen, dass man jeden Tag sein Leben ändern könnte.“ Aufbruch statt Stillstand also. Eine Botschaft, die Rosenmüller gewohnt vergnüglich verpackt, etwa in Weisheiten wie der von Kati: „Zur Wahrscheinlichkeit gehört eben auch, dass ab und zu was Unwahrscheinliches passiert.“ Zum dritten Mal traf sich das Ensemble in fast unveränderter Besetzung, auch wenn seit dem letzten Dreh gut sechs Jahre vergangen waren. Neben Anna Maria Sturm und Rosalie Thomass als Kati und Jo waren auch Ferdinand Schmidt-Modrow als Rocky, Florian Brückner als Mike oder Katis Eltern in Gestalt von Andreas Giebel und Johanna Bittenbinder dabei. „Ich bin gleich zurückgekommen in dieses Kati-Gefühl“, sagt Sturm. Für die 31-Jährige waren die Dreharbeiten zu „Beste Zeit“ prägend, war es doch ihr erster richtiger Film. „Das werde ich nie vergessen, das hat sich richtig eingebrannt.“

Auch für Rosenmüller zählt die Trilogie zu dem Persönlichsten, was er je gedreht hat, nicht nur, weil er Schauspieler und Filmcrew schon gut kannte. Das mit Karin Michalke entwickelte Drehbuch erinnerte ihn auch stark an seine eigene Jugend im oberbayerischen Hausham.

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