Kollunder Wald bei Flensburg : Einfachst-Herberge im Forst

2008 noch abgelehnt, heute kein Problem mehr: Flensburg fürchtete damals, dass so ein Unterstand dem Kollunder Wald schaden könnte.
2008 noch abgelehnt, heute kein Problem mehr: Flensburg fürchtete damals, dass so ein Unterstand dem Kollunder Wald schaden könnte.

Kollunder Wald soll zwei sogenannte Shelter erhalten – und die Flensburgs Politik verzichtet auf ihr Veto-Recht

shz.de von
23. April 2018, 17:42 Uhr

Er gehört zwar seit elf Jahren nicht mehr der Stadt Flensburg, aber der 130 Hektar große Kollunder Wald zwischen dem Grenzübergang Schusterkate, Kupfermühle, Kollund und Krusau liegt der Flensburger Politik immer noch am Herzen: Im jüngsten Planungsausschuss berichtete Flensburgs Naturschutzbeauftragte Jürgen-Uwe Maßheimer über die Situation nach dem Wechsel von den privaten Eigentümern zum Dänischen Naturfonds mit Sitz in der Nähe von Kopenhagen. Mit diesem Verkauf sei der Deckel drauf auf mögliche unerfreuliche Maßnahmen oder Abholzungen: „Es ist ein toller Laubwald, einer der schönsten Wälder, die wir an der Förde haben“, berichtete Maßheimer. Als Partner vor Ort habe sich der Naturfonds mit der Kommune Apenrade zusammengetan.

Zielrichtung der Aktivitäten sei eine naturnahe Entwicklung sowie ein noch stärkerer Wandel vom Nadel- zum Laubwald. Insgesamt seien in den kommenden drei Jahren Maßnahmen vorgesehen, die die Erlebbarkeit des Waldes verbessern sollen, berichtete Flensburgs Naturschutzbeauftragter weiter. Dazu zähle, dass das Wegenetz um Stichwege erweitert werden soll. Allerdings seien nur Wege ohne größeren Unterbau geplant, lediglich kleine Plaketten sowie eine neue Beschilderung an den Schluchtbereichen. Neben dem Hauptzugang von Kollund-Mole sowie von der Harrisleer Seite von der Grenze Schusterkate soll auf der dänischen Nordseite vor dem Wald ein kleiner Parkplatz als dritte große Zugangsmöglichkeit zum Wald geschaffen werden.

Zudem gehe es auch um sogenannte Shelter, einfache Übernachtungsplätze im Wald – ganz ohne Wasseranschluss und Elektrik. Im Rahmen des Verkaufs vor mehr als zehn Jahren war vereinbart worden, dass die Stadt Flensburg bei baulichen Aktivitäten im Forst gehört werden müsse. Konkret gehe es um zwei solche Shelter – 2,50 mal 3,50 Meter große einfach Lärchenholzkonstruktionen mit Grasdach. Eine dieser hölzernen Übernachtungsmöglichkeiten soll am Ortsrand von Kollund entstehen, eine zweite rund 500 Meter östlich des Grenzübergangs Schusterkate: „Meiner Meinung nach sind die Sorgen, die es vor zehn Jahren gab, heute unbegründet“, so Maßheimer: „Wir sollten der Empfehlung folgen.“ Bei einer ähnlichen Anfrage im Jahr 2008 hatte die Stadt aus Sorge vor Vandalismus noch von seinem Veto-Recht Gebrauch gemacht. Diesmal gab es keine kritischen Stimmen in der Politik. Nachdem man schon einmal dagegen entschieden habe, sei es jetzt klug, die konzeptionellen Überlegungen zu unterstützen.

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