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Flensburger Tageblatt

18. November 2017 | 17:03 Uhr

Gastspiel : Eine Stadtdenkerin berichtet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Berliner Urbanistin Turit Fröbe hat das Flensburger Stadtdenker-Projekt nach Paderborn verlegt und berichtet morgen darüber im Schifffahrtsmuseum

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 12:29 Uhr

Beim Stichwort Stadtdenker gerät Turit Fröbe heute noch ins Schwärmen. Dabei war 2008 zum letzten Mal ein Stadtdenker in der Stadt. Doch die Architekturhistorikerin aus Berlin ist ein großer Fan dieses erfolgreichen Projektes in Flensburg – und hat es mit ihren Studenten adaptiert. Zum Denken war sie für eine knappe Woche nach Paderborn gefahren, in eine Stadt also, die nicht gerade für die Qualität ihrer Bausubstanz berühmt ist. Am Freitag, 11. April, berichtet sie im Schifffahrtsmuseum über ihre Erfahrungen als Stadtdenkerin in Paderborn.

Es gibt noch ein Stichwort, das bei Turit Fröbe sofort einen Redeschwall auslöst: Bausünde. Ihr erst im August 2013 veröffentlichtes Buch „Die Kunst der Bausünde“ geriet unversehens zum Bestseller, verkaufte sich bisher 10 000 Mal – vielleicht auch, weil es in den Buchhandlungen bisweilen in der Abteilung Humor zu finden ist. „Ich habe heute einen völlig unverkrampften Blick auf Bausünden“, sagt die Urbanistin, die sogar von der „Schönheit der Bausünden“ spricht. Auch Flensburg kommt vor: Der Anbau der Duborg-Skolen ist vertreten, die erst kürzlich zum Kulturdenkmal erhobene Ansgar-Kirche an der Apenrader Straße und das Gewerkschaftshaus mit dem 60er-Jahre-Neubau hinter der stehen gelassenen Fassade am Südermarkt / Ecke Rote Straße.

„Die Grenze zwischen guter Architektur und guter Bausünde ist absolut fließend“, sagt die charismatische Wissenschaftlerin, die sich auf die Begegnung mit den Flensburgern freut. Immerhin: „Flensburg sticht nicht durch Bausünden hervor“, sagt sie, stattdessen habe sie hier „viele charmante Kleinigkeiten gefunden“.

Beim Paderborn-Projekt habe sie den Studenten vor allem „den liebevollen Blick“ mit auf den Weg gegeben. Es gehe nicht darum, Kritik zu üben und die Fehler hervor zu kehren. An ihren grünen Accessoires wie Schärpen oder Haarkränzen waren sie im Stadtbild leicht zu erkennen und wiesen mit grüner Sprühfarbe auf besonders auffällige Bauten hin. Auch seien sie mit den als stur verschrienen Paderbornern schnell ins Gespräch gekommen. Mal sehen, ob das mit den Flensburgern am Freitag genauso gut klappt.

 

 

 

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