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Bildung in Flensburg : Eine Schule wird runderneuert

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Duborg-Skolen erhält Aufbau, Umbauten, völlig neue Lichttechnik, Bühne, neue Böden und Fenster

Es ist mehr als ein Facelifting. In gut zwei Jahren, nach Abschluss der umfassenden Modernisierung, wird man Duborg-Skolen zwar noch wiedererkennen. Doch die Schule, die schon heute das Stadtbild im Bereich der westlichen Hangkrone prägt, wird dann innen und außen anders aussehen als heute. Im Herbst begannen die Arbeiten, für die der Dänische Schulverein rund 13 Millionen Euro aufwendet. Dabei stammt der Großteil des Geldes vom A.P. Møller-Fonds.

Beginnen wir mit außen: Die Sporthalle an der Königstraße, die zum Neubaukomplex aus den 70er Jahren gehört, erhält einen fünf Meter hohen Aufbau aus Glas, in dem die Naturwissenschaften untergebracht werden. Da die Sporthalle mit etwa halber Länge hinter dem großen Hauptbau hervorragt, wird auch der Glasaufbau von der Innenstadt und von der anderen Fördeseite zu sehen sein. Der Entwurf stammt von Praksis Arkitekter aus Svendborg, die die Ausschreibung gewonnen hatten. Beworben hatten sich auch Kjær & Richter aus Kopenhagen, von denen der 1979 fertig gestellte Neubau im Stile des Brutalismus stammt.

Die Maßnahmen im Inneren der Schule gleichen einer Operation am offenen Herzen. Der gesamte Neubau ist leer geräumt, hier herrschen die Handwerker. Es staubt, es ist kalt, es ist Baustelle. Kein Schüler weit und breit. Die sind im Altbau aus den 20er Jahren, allerdings nur die Oberstufenschüler. Die Schüler der Gemeinschaftsschule sind ausquartiert ins leer stehende Gebäude der Stadt an der Schulgasse. In etwa einem Jahr zieht die Oberstufe in den fertig gestellten Neubau, dann wird der Altbau saniert.

Die gravierendsten baulichen Änderungen sind im Fælledsareal, dem Gemeinschaftsbereich, geplant, den viele Flensburger von den Folk-Baltica-Konzerten früherer Jahre kennen. Er ist durch massive Brüstungen, Mauern und hohe Wände aus Ziegelsteinen geprägt, aber auch durch Großzügigkeit, Sichtachsen und einen phantastischen Blick aus großen Fenstern über die Stadt. „Ein bisschen wie Burg-Architektur“, sagt Dirk Clausen, Leiter der technischen Abteilung beim Dänischen Schulverein.

„Die Idee ist, alles offener zu machen“, sagt Markus Wiederhold, Architekt aus Odense und Projektleiter der Modernisierung. Eine Mauer im erhöhten Bereich wird geschleift, eine große Freitreppe führt später nach unten. Die mächtige Wand erhält eine große Öffnung, so dass ein großer offener Bereich entsteht: „Hier ist eine Bühne vorgesehen“, so Wiederholt. Die breite Brüstung an dieser Stelle verschwindet ganz. An weiteren Stellen entsteht mehr Licht und Offenheit durch Reduzierung von Klinkerbauteilen. In den hohen Bereich direkt an den Fenstern zur Stadt wird eine Zwischenebene eingezogen (siehe Visualisierung oben).

Alle Maßnahmen seien mit dem Denkmalschutz der Stadt abgestimmt, betonen Clausen und Wiederhold. Decken und Fußböden werden nicht angetastet. In den oberen Geschossen werden Räume entkernt, mit anderen Materialien heller gestaltet als bisher. Der frühere Science-Trakt wurde bereits entkernt.

Die neue Lichttechnik ist im wahrsten Wortsinne das Highlight der Modernisierung. Es werden Leuchten installiert, die das natürliche Tageslicht imitieren – sowohl Streulicht bei bedecktem Himmel als auch klares Licht bei Sonnenschein. Die Lichttemperatur ändert sich mit dem Tagesverlauf. Der dänische Leuchten-Hersteller hat sich den Rat der Hamburger Lichttechnikerin Ulrike Brandi geholt, die bei der Lichtinstallation der Elbphilharmonie beteiligt war. In einem Klassenraum des Altbaus können Schüler bereits die neuen Leuchten testen.

Fast schon selbstverständlich ist die Versorgung des gesamten Schulgebäudes mit WLan. „Bei der IT müssen wir aufstocken“, sagt Lars Kofoed-Jensen, Direktor des Schulvereins. Man müsse die Schüler auf ihren weiteren Bildungsweg in Dänemark vorbereiten; dort ist man den Verhältnissen in Deutschland viele Jahre voraus. „Alle Lehrinhalte werden fast nur noch digital angeboten“, so Kofoed. Bald gebe es keine Schulbücher mehr. Jeder Schüler arbeite in Dänemark mit Laptop und Smartphone.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 10:00 Uhr

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