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Eine Rose zum Gedenken an die Schlacht von Verdun

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

40 Jahre Schüleraustausch der KTS mit Frankreich: Besuch bei Erinnerungsstätten des 1. Weltkriegs

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2016 | 12:34 Uhr

Sie ist als „Urschlacht des Jahrhunderts“ in die Historie eingegangen. Vom 21. Februar bis zum 19. Dezember 1916 tobte ein gnadenloser Stellungskrieg zwischen deutschen und französischen Truppen – die Schlacht um Verdun. 300 Tage, 300 Nächte lang.

Die längste Schlacht der Weltgeschichte liegt nunmehr 100 Jahre zurück. Auch an der Kurt-Tucholsky-Schule steht dieses Kapitel des 1. Weltkrieges für die Aussöhnung zweier verfeindeter Völker – Verdun als Mahnmal, als Erinnerungsort für die deutsch-französische Freundschaft.

25 Schüler und drei Lehrer vom Collège Marc Chagall aus dem nahe La Rochelle liegenden Dompierre-sur-Mer – eine Gemeinschaftsschule bis zur 9. Klasse – waren jetzt zu Besuch in Flensburg. In einem Innenhof pflanzten sie eine Rose zum Gedenken an die Opfer von Verdun. Sie soll später durch eine extra zur 100-Jahr-Feier gezüchtete Garance-Rose ergänzt werden. Dazu eine Tafel mit dem Text: In deinem Herzen beginnt der Frieden der Welt. Du bist verantwortlich!

„Wir wollen an diese Schlacht erinnern“, sagt Lehrerin Annette Johannsen, „in der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.“ Schulleiter Ingwer Nommensen ergänzt: „Verdun darf nicht in Vergessenheit geraten. Wir wollen die junge Generation darauf hinweisen, was solche Kriege bedeuten. Die schrecklichen Folgen sind sonst kaum zu begreifen.“

Begreifen werden die Schüler einiges, denn eine neunte und zehnte Klasse sind gestern zu einem Gegenbesuch aufgebrochen. Man wird Dörfer sehen, die dem Erdboden gleichgemacht worden sind, wo nur noch ein Schild an deren Existenz erinnert. Man wird Fort Douaumont besichtigen, das größte und stärkste Werk des äußeren Fortgürtels der französischen Festung Verdun in Lothringen. Im „Beinhaus“ ruhen die Gebeine von 130  000 unbekannten, also nicht identifizierten deutschen und französischen Soldaten. Auch die Besichtigung der „Citadelle souterraine“ steht auf der Agenda. Die unterirdische Anlage beherbergte seinerzeit Büros für den Generalstab, Schlafsäle für die Truppen, Pulver- und Munitionslager, eine Bäckerei, eine Telefonzentrale sowie eine Krankenstation.

Der Schüleraustausch der KTS mit französischen Einrichtungen hat eine lange Tradition, er wird 2017 bereits ins 40. Jahr gehen. 1977 begann die lang anhaltende Beziehung mit dem Collège Jean Hay in Marennes. Der damals verantwortliche Lehrer Dominique Espiau entwickelte in seiner Rede Visionen, die an Aktualität nichts verloren haben. „Unser gemeinsames Ziel besteht darin“, sagte er, „die deutsch-französische Beziehung hin zu einem gesamteuropäischen Denken zu entwickeln: zu einem Europa der Länder, besser noch zu einem Europa einzelner Regionen, die zwar ihre Besonderheit behalten, sie aber positiv nutzen für den Friedensgedanken und für gemeinsame Projekte.“

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