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Glücksburg : Eine neue Fassade fürs Intermar

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Eigentümer-Gemeinschaft des ehemaligen Hotels hat sich für eine Verblendung mit kupferfarbenen Mehrschichtplatten entschieden.

Glücksburg | Wie soll es in Zukunft aussehen, das größte Gebäude am Glücksburger Kurstrand? Skandinavisch zurückhaltend in Weiß? Oder doch lieber schimmernd in Kupfer und Silber? Die Eigentümer des Intermar-Gebäudes haben sich auf einer Versammlung gerade für die zweite Variante entschieden.

Kupferfarbene Mehrschichtplatten aus Alucobond, einem Werkstoff für Fassaden, sollen im Erdgeschoss und im ersten Stock über die Fensterfronten gelegt werden. Die seitlichen Hauswände werden mit fein gerastertem Streckmetall verblendet. Die optisch größte Fläche des Gebäudes, die Balkone, erhalten einen neuen Anstrich. Laut Architekt Ulrich Huber, verantwortlich für die Neugestaltung der Fassade, werden sie nicht kupferfarben, sondern „mehr Silber“ gestrichen. „Die Farbe wird abgestimmt mit dem Alucobond“, so der Architekt. Was offensichtlich schwer zu beschreiben ist, soll edel aussehen. Nicht protzig, aber doch passend zur Größe des Gebäudes. „Auf die Balkonbrüstung kann auf Wunsch eine Ganzglasfaltanlage gesetzt werden“, fährt Huber fort. Die Konstruktion soll im geschlossenem Zustand vor Wind und Nässe schützen. Bei schönem Wetter kann sie geöffnet werden. Der Aufpreis pro Stück beträgt nach Auskunft von Huber 6000 Euro. Wie viele Parteien die Verglasung wollen, kann der Architekt noch nicht sagen.

Insgesamt fließen 7,6 Millionen Euro in die Sanierung des Gemeinschaftseigentums, sagt Olaf Plessow, ein Sprecher der privaten Wohnungseigentümer. 1,4 Millionen Euro hat der Brandschutz gekostet. 2,4 Millionen Euro sind für die Sanierung aller Rohrleitungsnetze vorgesehen. 3,8 Millionen Euro werden für die Sanierung von Fassade und Balkonen bereitgestellt. „Wir sind dabei, dafür zu sorgen, dass die Summe abgerufen werden kann“, so Plessow.

Die privaten Eigentümer einzelner Wohnungen sind froh, dass die lange angestauten Sanierungsmaßnahmen nun endlich vorankommen. Plessow deutet an, dass nach der Übernahme von 75 Prozent des Gebäudes durch die Firma Densch & Schmidt die Maßnahmen zunächst nicht in Gang kamen. „Wir haben kaum miteinander gesprochen. Es wurden Anwälte beschäftigt“, so Plessow, der acht Jahre lang Dekan der Flensburger Fachhochschule, Fachbereich Wirtschaft, war. Inzwischen herrsche ein konstruktives Miteinander.

Die von Herman und Stefan Densch gegründete Intermar Holding GmbH & Co KG ist gerade dabei, ihr Sondereigentum im Erdgeschoss und im ersten Stock zu sanieren. Unten sollen Rezeption, Beauty-Bereich, Restaurant und Tagungsraum entstehen, darüber zehn Suiten. Wände werden versetzt, Leitungen neu gelegt. Offenbar geht es zügig voran. „Der Lärm ist ohrenbetäubend“, meint Plessow. Kaum noch jemand wohne zur Zeit im Intermar. Ein Eigentümer fliehe tagsüber in sein Wohnmobil. Eine ältere Dame halte es nur aus, weil sie ihre Hörgeräte rausnehme, vermutet er.

Stefan Densch, Sprecher der Holding, hat vorläufig keine neuen Informationen für die Öffentlichkeit. Er wartet auf die Beurkundung einer neuen Teilungserklärung, die von allen Eigentümern unterschieben werden soll. Erst dann herrsche Rechtssicherheit, so Densch.

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erstellt am 27.Jul.2017 | 13:06 Uhr

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