Eine Flottenparade im Kleinformat

Rolf Duscha (links) erklärt dem Vereinsvorsitzenden der Modellbaugruppe, Günter Mehl, seinen Flugzeugträger. Foto: inf
Rolf Duscha (links) erklärt dem Vereinsvorsitzenden der Modellbaugruppe, Günter Mehl, seinen Flugzeugträger. Foto: inf

Modellbaugruppe Nord präsentierte Nachbauten von Marinebooten, die zwischen 25 Zentimeter und 2,46 Meter lang sind

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14. Juli 2011, 06:48 Uhr

Glücksburg | In der Nähe des Flottenkommandos Glücksburg fand vor fachkundigem Publikum eine Flottenparade im Kleinformat statt. Eingeladen hatte die Modellbaugruppe Nord. Ort des Geschehens war somit nicht die graue Ostsee sondern das mit Seerosen bewachsene Vereinsgewässer in Meierwik zwischen Bundeswehrgelände und Förde.

Dort treffen sich die Modellbauer regelmäßig am Wochenende, um die Seetüchtigkeit ihrer ferngesteuerten Schiffsmodelle zu überprüfen. Die Flottenparade fand zum 25. Mal statt.

Zu diesen Präsentationen reisen regelmäßig Modellbauer aus ganz Deutschland und Dänemark an. Denn auch wenn die Flottenparaden mit Modellen der "grauen Marine" inzwischen Vorbildfunktion für andere Vereine haben, gilt die Vielfalt der Modelle in Glücksburg als besonders spektakulär.

Die "Kapitäne an der Fernbedienung" ließen ihre Modelle im Maßstab 1 zu 100 oder gar 1 zu 144 aus der Kaiserzeit neben Booten der Kriegsmarine, der Bundeswehr und einem amerikanischen Flugzeugträger zu Wasser. Jedoch auch nach Epochen geordnet und mit fachkundiger Moderierung pflügte die "graue Marine im Miniformat" durch das Gewässer.

Dem Erfahrungsaustausch der Modellbauer dient so eine Schau. Da wird über Baustoffe, Motoren und Fernbedienungen gefachsimpelt. Während die kleinsten Modelle nur 25 Zentimeter lang sind, misst der imposante Flugzeugträger von Rolf Duscha 2,46 Meter. Und kaum eines der hier präsentierten Modelle kommt aus einem Modellbaukasten.

Duscha werkelt sei sechs Jahren jedes zweite Wochenende an seinem Modell eines Flugzeugträgers. Der Wert entspricht inzwischen dem eines Kleinwagens, rechnet der Modellbauer vor. Aber so tief brauchten Modellbau-Neulinge nicht in die Tasche zu greifen, beruhigt Vereinsvorsitzender Günter Mehl. Für den Anfang reiche ein kleiner Modellbausatz. Viele der Modellbauer hätten schließlich so angefangen.

Fast immer stünden die Schiffe, die den Modellen Vorbild waren, in einem besonderem Bezug zu den Modellbauern. Mehl: "Entweder haben die Kapitäne selbst einmal beruflich mit diesem Schiff zu tun gehabt, oder der Onkel, der Vater oder Großvater."

Bei Günter Mehl ist das nicht anders. Wie andere Modellbauer hat er früher bei der Bundesmarine Dienst getan. Aber es gibt auch EDV-Fachleute, Kaufmänner und Richter, die selbst nichts mit Marine zu tun hatten und sich nun von den Modellen faszinieren lassen.

"In der Vitrine ist langweilig", erklären Dusch und Mehl einstimmig, wenn sie gefragt werden, warum sie ihre Schiffsmodelle immer wieder auf offenem Gewässer in Gefahr bringen. Denn Seerosen, Algen und stürmische Winde sind die natürlichen "Feinde" der Modelle. Ihre Faszination für das Hobby teilen sie auch gern mit Interessenten. Nähere Informationen über den Verein, der vor 30 Jahren gegründet wurde, gibt es per E-Mail: gue-mel@tonline.de.

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