Handewitt : Eine Doppelseite voller Vielfalt

Reinhard Stammer zeigt die Doppelseite mit seinen Werken.
Reinhard Stammer zeigt die Doppelseite mit seinen Werken.

Handewitter Künstler Reinhard Stammer hat es in die neueste Auflage von „Internationale Kunst heute“ geschafft

shz.de von
20. Juni 2018, 13:53 Uhr

Das Werk vom Wochenende lehnt an der Wohnzimmerwand. Reinhard Stammer nennt es „Something Happens“. Es ist nichts Gutes passiert, vermutet der Betrachter, denn der Handewitter Künstler hat mit der Dominanz von roten und violetten Farbtönen ein bedrohliches Szenario erschaffen. Harmonie sucht man in seinen Gemälden zumeist vergeblich, man trifft eher auf ein stilistisches Chaos. „Seine Malerei ist bewusst nicht perfekt und hat auch anarchistische Züge“, steht in einem aktuellen Kunstbuch.

Wer weiß, vielleicht hätte das jüngste Erzeugnis auch Aufnahme in die neue Publikation gefunden, wenn es einige Monate früher entstanden wäre. Während der jüngsten „Artmuc“ in München präsentierten die freischaffende Malerin Martina Kolle und die Kunsthistorikerin Ingrid Gardill die neueste Auflage von „Internationale Kunst heute“. Als Plattform für Galeristen und Kunstliebhaber wird insgesamt 129 Künstlern aus aller Welt jeweils eine Doppelseite gewidmet. Als einziger Schleswig-Holsteiner wurde Reinhard Stammer berücksichtigt. Im Begleittext heißt es: „Die große Bandbreite und Vielfalt in Reinhard Stammers Malerei überwältigt. Jedes Bild zeugt vom bewegten Leben des Künstlers, ist Befreiung, Verarbeitung und Klärung, spiegelt sein Innenleben, ist eine Reise durch Gefühlswelten und Träume.“

Die Herausgeber des Buches waren auf die Internet-Präsenz des Handewitter Künstlers gestoßen. Er reichte ein größeres Werksverzeichnis ein, letztlich wurden „Only The Last Kiss Remaines“, „A Mysterious Red Bird“ und „Flowers Blooms Everywhere“ veröffentlicht. „Es hat mich sehr gefreut, dass sich die Jury für drei Bilder jüngeren Datums entschieden haben“, sagt Reinhard Stammer. „Das heißt, dass ich noch immer kreativ bin.“ Und spontan. Manchmal überfällt ihn der Impuls bei der Gartenarbeit. Dann läuft der 65-Jährige schnell in sein Atelier.

Durch sein reges Schaffen ist in seinem Wohnhaus an der Meynau der Platz knapp geworden. Aber es kündigt sich Entspannung an. Der Galerist Norbert Benz baut in Gelting gerade ein Dachgeschoss aus, das auch eine Dauerausstellung von Reinhard Stammer beherbergen soll.

Neben der Buchpräsentation hatte die „Artmuc“ in München für den Handewitter Maler einen weiteren positiven Effekt. Er und der Innsbrucker Kunstverein „Artinnovation“ starteten eine Zusammenarbeit. Kunstmessen in Karlsruhe und Innsbruck stehen nun für Anfang nächsten Jahres im Terminkalender von Reinhard Stammer.

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