Hasselberg : Eine Chronik als Dankeschön

 Mit seiner Dokumentation „Solidarität mit den Flüchtlingen in Hasselberg“ hat Bürgermeister Hans-Heinrich Franke seinen hilfsbereiten Mitbürgern aus Dankbarkeit ein Denkmal gesetzt.
Mit seiner Dokumentation „Solidarität mit den Flüchtlingen in Hasselberg“ hat Bürgermeister Hans-Heinrich Franke seinen hilfsbereiten Mitbürgern aus Dankbarkeit ein Denkmal gesetzt.

Der Hasselberger Bürgermeister Hans-Heinrich Franke hat für den Verein Kirchspielchronik Gundelsby den Sonderband „Solidarität mit den Flüchtlingen 2015-2017“ veröffentlicht.

shz.de von
16. Mai 2018, 12:45 Uhr

Hasselberg | In Hasselberg ist die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, offensichtlich sehr ausgeprägt. Das können Interessierte der Dokumentation entnehmen, die Bürgermeister Hans-Heinrich Franke auf Wunsch des Vorstandes des Vereins „Kirchspielschronik Gundelsby“ zusammengestellt und geschrieben hat. Sie wurde vor Kurzem als Sonderband Nr. 18 unter dem Titel „Solidarität mit den Flüchtlingen 2015-2017“ veröffentlicht und ist bei Johann Hansen, Kieholm Hof, zum Preis von 12 Euro zu erhalten.

In der 72-seitigen Dokumentation beschäftigt sich Franke mit der Situation, als Flüchtlinge nach Deutschland kamen und auch in Hasselberg die ersten aufgenommen wurden. Was für sie getan wurde, welche Probleme dabei entstanden und wie sich die Gemeinde mit vielen ehrenamtlichen Helfern dieser Aufgabe gewachsen zeigte, darüber berichtet Franke.

Nach seiner Motivation gefragt, antwortet Franke, dass die Dokumentation „ein Dankeschön an die Gemeinde und das Dorf ist für das Engagement, der hier lebenden Menschen. Ohne ihre Bereitschaft mitzuhelfen, wäre vieles nicht möglich gewesen.“

Für Hasselberg war es eine neue Situation, als dort die Nachricht eintraf, dass die Gemeinde Flüchtlinge zugewiesen bekommt. Daraufhin rief der Bürgermeister die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Als sich Joachim Sander bereit erklärte, seine sechs Ferienwohnungen zur Verfügung zu stellen, wurden die Nachbarn darüber informiert. Sie sahen darin kein Problem. Im Gegenteil, die Dorfgemeinschaft begann, Maßnahmen zur Begrüßung zu organisieren. Pastor Hanno Jöhnk bot die Partnerschaft der Kirchengemeinde an.

In einer Bürgerversammlung ging es letztlich nur um die Frage: „Wie können wir unsere Flüchtlinge unterstützen?“ Noch an dem Abend wurden „Asyllotsen“ gefunden, Sprachkurse und Begegnungsnachmittage organisiert. Die Landjugend bot das Projekt „Fahrrad“ an. Bürger boten sich an, die Flüchtlinge beim Einkaufen zu unterstützen. Und es entstanden vereinsübergreifende Sportprojekte.

Am 9. April 2015 kamen die ersten Flüchtlinge in Hasselberg an. Es waren drei junge Männer und zwei Ehepaare. Beide Ehefrauen sind schwanger. Weitere folgen. Bereits am 30. April war die letzte Wohnung belegt. Jetzt wurden die Asyllotsen wichtige Helfer. Sie hatten viel zu tun. Es war ein Fulltime-Job.

Dann begann die Integrationsarbeit mit zwei Mal Deutschunterricht pro Woche. Für die Familien wurden Fahrräder besorgt. Am 9. Mai fand eine gemeinsame Fahrt auf der Schlei mit der „Schlei Princess“ statt. Sogar Schachpartner wurden gesucht. Das „Projekt der Kulturen“ organisierte regelmäßige Treffen im Geltinger Peter-Schwennsen-Haus und es gab regelmäßige Asyllotsen-Treffen. Und es fanden auch Schleifahrten statt.

Viele Hasselberger kamen gut mit den Flüchtlingen zurecht. Franke belegt diese Tatsache mit an ihn adressierte Briefe, mit Zeitungsberichten und ganz vielen Bildern. In seinem Buch berichtet er auch über die ersten Rückführungen Ende 2015 und über kleine Nickligkeiten, die zu schlichten waren. 2015 fand auch die erste mehrsprachige Weihnachtsfeier statt. Ende 2017 stellt der Bürgermeister in einem Resümee fest, dass es in Gundelsby 48 Asylbewerber gegeben hat. Alle im Alter zwischen zwei Monaten und 61 Jahren, darunter 16 Kinder. Bis auf drei haben alle die deutsche Sprache gelernt. 17 von ihnen haben eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Zwei gehen einer regelmäßigen Arbeit nach.

Am Ende bestätigt Hans-Heinrich Franke die Worte der Bundeskanzlerin: „Wir schaffen das!“ Und dafür ist er seinen Mitbürgern, die sich sehr für die Menschen in Not eingesetzt haben, sehr dankbar.




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