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Ausgezeichnete Ausbildungsbetriebe : Eine Chance auf viele Karrieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neun Unternehmen aus der Region dürften sich mit dem Titel „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2014/15“ schmücken. Diese bilden mit vorbildlicher Qualität aus, oder geben schwächeren Jugendlichen eine Chance.

Flensburg | Michael Jahn gibt sich bescheiden: „Eigentlich machen wir nichts Ungewöhnliches“, sagt der Personalleiter der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG) und zählt auf: „Wir versuchen, allein erziehenden jungen Müttern eine Ausbildung in Teilzeit zu ermöglichen und wollen jungen Leuten mit Ausbildungshemmnissen eine Chance geben“, berichtet Jahn. Mit 44 Azubis in elf Ausbildungsberufen gehört der 550-Mitarbeiter-Betrieb am Flensburger Hafen zu den großen Ausbildern der Region. Hier werden Industrie- und Bürokaufleute ausgebildet, Lagerlogistiker, Kfz-Mechatroniker oder Betriebswirte und Wirtschaftsingenieure im Dualen Studium. Die FFG ist gestern Abend von der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit dem 1. Preis als Ausbildungsbetrieb des Jahres 2014/15 ausgezeichnet worden – in der Kategorie der großen regionalen Unternehmen über 250 Mitarbeiter.

FFG-Personalchef Michael Jahn berichtet zum Beispiel von einem Bewerber mit Asperger-Syndrom. Zunähst habe man sich von der Bewerbung distanziert, räumt er ein. Dann habe er sich aber doch damit beschäftigt – und festgestellt, dass so jemand mit viel Ordnungs- und Detailliebe sowie mathematischen Fähigkeiten gut in der Lagerlogistik passe, auch wenn es Defizite im Sozialen gebe. Mit ihrer Ausbildungsquote von acht Prozent bilde die FFG weit über den Bedarf aus – und geht so manchen ungewöhnlichen Weg: Ein junger Däne macht gerade bei der FFG sein Praxisjahr als Konstruktionsmechaniker, und Knuth Behrens, gewerblicher FFG-Ausbildungsleiter, begleite auch schon mal Azubis in Spanien.

Zum fünften Mal zeichnete die IHK gestern Abend Betriebe aus, die mit vorbildlicher Qualität ausbilden, schwächeren Jugendlichen eine Chance geben oder insgesamt ein überzeugendes Konzept der Fachkräftegewinnung und Personalentwicklung haben.

IHK-Präsident Uwe Möser findet, dass Auszubildende und Betriebe mit den eingereichten Bewerbungen viel Ideenreichtum gezeigt hätten. „Damit möchten wir auch deutlich machen, dass die berufliche Bildung den Grundstein für ein erfolgreiches und interessantes Arbeitsleben darstellt.“ Für die regionale Wirtschaft sei dies von essenzieller Bedeutung. IHK-Vize Rolf-Ejvind Sörensen, zugleich Vorsitzender des Fachausschusses Wirtschaft und Bildung, erklärt: „Die Bewerbungen sind durchweg beeindruckend. In beiden Durchgängen fiel die Auswahl alles andere als leicht. Das zeigt: Eigentlich sind alle Finalisten Gewinner.“

Kurt-Christoph von Knobelsdorff aus dem Kieler Wirtschaftsministerium lobte die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen: „Die heute geehrten Ausbildungsbetriebe sorgen nicht nur klug für ihren eigenen Fachkräftebestand von morgen vor – sie tragen mit ihrem besonderen Engagement auch dazu bei, den Ruf unseres dualen Ausbildungssystems zu stärken. Denn obwohl dieses System inzwischen dabei ist, ein Exportschlager zu werden, weil uns viele Länder darum beneiden, gilt hierzulande immer noch die akademische Ausbildung als das Maß aller Dinge.“

Wer sich mit Azubis wie Jana Langmaack unterhält, dürfte auf diese Idee nicht kommen. Die 18-Jährige kannte die FFG bereits aus dem Schülerpraktikum. Nach dem Realschulabschluss heuerte sie an der Flensburger Werftstraße als Industrie-Kauffrau an. Mittlerweile ist sie im zweiten Lehrjahr – und hat es nicht bereut: „Man durchläuft alles von der Buchhaltung bis zur Disposition eines Auftrags in der Fertigung“, berichtet sie. Das ist der Vorteil eines großen Lehrbetriebs.

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erstellt am 24.Mär.2015 | 12:00 Uhr

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