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Tag des offenen Denkmals : Eine Briefmarke zum Nachdenken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für den Tag des offenen Denkmals haben sich einige Akteure besondere Aktionen einfallen lassen. St. Marien bietet eine Sondermarke.

Flensburg | Salondampfer Alexandra, Burghof oder Spiegelgrotte: An 16 Orten in Flensburg werden am bundesweiten Tag des offenen Denkmals besondere Aktionen geboten. Für ihre Empfehlungsliste für Schleswig-Holstein hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die seit 1993 die Veranstaltung koordiniert, auch ein Flensburger Objekt ausgewählt. Dieses hält sie für „besonders interessant“, und zwar das Logenhaus im Nordergraben 23. Am nächsten Sonntag können interessierte Besucher einen Blick hinter die Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes werfen, dessen Grundstein am Johannistag 1902 gelegt und das zumindest äußerlich einem griechischen Tempel nachempfunden wurde. Am 13. September werden dann zwischen 11 und 15 Uhr alle im Logenhaus vertretenen Logen Führungen anbieten – und etwa im Treppenhaus auf das bleiverglaste Fenster im Jugendstil hinweisen, das den segnenden Jesus zeigt. Zudem werden die Gäste mit Kuchen vom Buffet bewirtet.

Auch die Kirchengemeinde St. Marien hat sich etwas Besonderes zum Denkmaltag ausgedacht, kündigen Pastorin Sylvia Fuchs und Kirchenführer Michael Klinger an. Die Gemeinde hat eine Sonderbriefmarke aufgelegt, die das Triumphkreuz im Osten der Kirche zeigt. Ein Exemplar aus der Auflage von rund 100 Stück ist am Sonntag gegen eine Spende von 24,95 Euro zu haben, der in den Erhalt von St. Marien fließt. Michael Klinger versteht das Wort „Denkmal“ durchaus auch als Imperativ: „,Denk mal!‘ drüber nach, warum es so ist, wie es ist“, regt er an.

Die „hohe Affinität zur schnitzenden Kunst“ sei in der Kirche am Nordermarkt an vielen Stellen zu sehen, sagt Klinger. Er führt hinüber zum Tauf-Altar der Nordkapelle, den Anton Huber, einer der früheren Direktoren der Flensburger Schule der Holzbildhauer, 1906 entworfen habe. Am Tag des offenen Denkmals wird auch diese Verbindung mit einer Sonder-Aktion gewürdigt. Auf dem Kirchhof werden zwischen 14 und 17 Uhr Schüler der Fachschule für Holzbildhauerei „Ornamentschnitzerei“ vorführen. Daneben werden Kirchenführungen (13 und 15 Uhr) und Turmführungen (13.45 und 15.45 Uhr) angeboten. „Das ist kein Museum. Das ist eine aktive, belebte Kirche“, betont Klinger den in seinen Augen Charakter der Gemeinde, deren Mitglieder beispielsweise die Andachten mitgestalten. Und dies solle auch am Tag des offenen Denkmals kommuniziert und visualisiert werden. Pastorin Fuchs, die seit fast zwei Jahren in St. Marien ist, äußert sich überrascht, dass sie immer wieder neue Leute in den Reihen entdeckt. Fast wie bestellt, kommt ein Ehepaar aus dem Rheinland herein und plaudert drauf los. Er sei vor 72 Jahren hier getauft worden, erzählt der ältere Herr und, dass er fast jedes Jahr in seine Kirche und seine Stadt zurückkehre. „Die, die kommen, wollen genau hierher zurück“, beobachtet Sylvia Fuchs.

 

 

An 16 Orten in Flensburg wurde zum Tag des offenen Denkmals ein Programm vorbereitet: Handelslehranstalt (Am Schloßwall 3), Burghof, Bundsenkapelle (Selckstraße 9), Christiansenpark (Mühlenstraße 5), Rum-Museum im Doppelhaus (Rote Straße 26-28), Kompagnietor (Schiffbrücke 12), Logenhaus (Nordergraben), Marineschule (Kelmstraße 14), Museumshafen, Museumswerft, Salondampfer Alexandra, Schifffahrtsmuseum (alle vier Schiffbrücke), Spiegelgrotte (Museumsberg), St. Marien (Marienkirchhof), St. Nikolai (Nikolaikirchhof), Museum (Museumsberg).

www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm

 

 

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erstellt am 08.Sep.2015 | 14:30 Uhr

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