Hannah-Arendt-Schule : Eine Biologin kehrt zu ihren Wurzeln zurück

Die Schulleiterin und ihr Nachfolger:  Monika Günther (64) mit Detlev Grube (53).
Die Schulleiterin und ihr Nachfolger: Monika Günther (64) mit Detlev Grube (53).

Wechsel an der Spitze: Schulleiterin Monika Günther geht nach 18 Jahren

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06. Juli 2018, 06:38 Uhr

Der spielfreie Tag der Fußball-WM war gewiss nicht dafür verantwortlich, dass das geschmückte Foyer der Hannah-Arendt-Schule gestern prall gefüllt war. Viele Kollegen, Weggefährten und Repräsentanten aus Stadt und Land wollten es sich nicht nehmen lassen, beim Abschied von Monika Günther persönlich dabei zu sein.

Die Schulleiterin der Hannah-Arendt-Schule will nach 18 Jahren im Amt ihren Ruhestand genießen. Und so gab es viele warme Worte und herzliche Umarmungen zu ihrem Abschied.

Intoniert wurde die Zeremonie von Sängerin Sylvia Wieland, die mit einer auf die Pädagogin zugeschnittenen Version von „Don’t Cry for Me Argentina“ für den passenden Auftakt sorgte.

Oberbürgermeisterin Simone Lange würdigte in ihrem Grußwort das Wirken der 64-Jährigen für die Stadt und die gesamte Region: „engagiert und immer an der Sache orientiert“. Sie sei viel mehr als nur Schulleiterin – nämlich auch Managerin und Netzwerkerin.

Ministerialrat Jan Nissen schloss daran an. Er ließ die Biografie einer Frau Revue passieren, die sich für Sprache und Kultur begeistern könne: Er schlug den Bogen von der Geburt in St. Andreasburg im Harz („ziemlich einsam dort“) über das Abitur in Braunlage bis hin zum zum Wechsel an die Westküste: 19 Jahre lang arbeitete Monika Günther an der damaligen Kreisberufsschule in Heide, bevor sie nach Flensburg kam.

„Eigentlich wollte ich ja Biologin werden“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Es kam anders. Sie unterrichtete aber dieses Fach genauso wie Ernährungslehre und Chemie. An ihrer ehemaligen Wirkungsstätte, die in ihrer Amtszeit von vielen internen Veränderungen betroffen gewesen sei, habe ihr besonders die Vielfalt der Ausrichtung, das besondere Profil gefallen. Und ihr Kollegium werde sie sehr vermissen.

In ihrem Abschiedswort sagte die Oberstudiendirektorin rückblickend, sie könne das Amt zurückgeben „mit dem Gefühl, gute Arbeit geleistet zu haben“. Der bisherige Bildungs- und Erziehungsauftrag bedürfe aber weiterhin einer kontinuierlichen Anpassung und Weiterentwicklung. „Zentrales Thema ist und bleibt die Integration zugewanderter Menschen in die Ausbildungs- und Arbeitswelt“.

Sie übergibt den Stab nun an Detlev Grube (53), der vom Landesinstitut für berufliche Bildung in Hamburg an die Förde wechselt. Monika Günther wird sich künftig ihrem Bauernhof widmen, den sie auf der dänischen Insel Ærø erworben hat. „Den will ich wieder zum Leben erwecken.“ Auf 5000 Quadratmetern Land wartet viel Arbeit auf die studierte Biologin. Man könnte sagen: Sie kehrt buchstäblich zu ihren Wurzeln zurück.

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