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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 08:36 Uhr

City-Neubau : Eine Baulücke wie ein Fußballtor

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Probleme im Untergrund verzögern die komplizierten Arbeiten am Haus Holm 44 / Mieter der Ladenfläche noch nicht bekannt

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 08:49 Uhr

Wo ist die Hausnummer 46 geblieben, werden sich dereinst Flensburger und Touristen fragen. Am Holm folgt auf die 44 direkt die 48. Hinter dem Bauzaun, zwischen den Häusern Holm 42 und 48, ist in den zurückliegenden Monaten auf den ersten Blick wenig geschehen. Doch in Wahrheit haben hier Architekten, Bodengutachter, Statiker, Entwässerungstechniker und Spezialbaufirmen auf einer der schwierigsten Baustellen der Stadt vorwiegend im sensiblen Flensburger Untergrund gearbeitet. In den kommenden Wochen wird es dagegen deutlich sichtbar schnell nach oben gehen.

Vor rund einem Jahr wurden die beiden äußerst schmalen Geschäftshäuser mit großer Flensburger Einzelhandelstradition – Fröbelhaus, Stempel Kahle – abgerissen. Schon das war eine Aufgabe für Abrissbaggerfahrer mit reichlich Fingerspitzengefühl. Denn zusammen waren die beiden Häuser nur 7,36 Meter breit - gerade mal vier Zentimeter mehr als ein Fußballtor. Doch wirklich heikel wurde es, als man sich in den Untergrund vortastete – in diesen Teilen der Altstadt liegen meist keine Dokumentationen darüber vor, was Bauherren früherer Jahrhunderte so im Einzelnen vergraben haben.

Jedenfalls habe man schnell festgestellt, dass das Nachbarhaus zur Rechten (Holm 42) nicht wirklich gegründet war. Das bedeutete, dass es instabil werden könnte, wenn man auf dem leeren Nachbargrundstück in die Tiefe geht. „Wir mussten gegen einen hydraulischen Grundbruch sichern“, sagt Architekt Christoph Holt. 30 Betonpfähle wurden in den Boden gebracht. Das war vor rund einem Jahr.

Weitere Herausforderungen warteten im rückwärtigen Bereich. Der Neubau reiche etwas weiter in den Hangbereich hinein als die früheren Altbauten, so Holt. Da musste ein Abrutschen des Hangs in die Baugrube verhindert werden; hierfür bediente man sich eines speziellen bautechnischen Verfahrens, das als „Essener Verbau“ bekannt ist. Und es wurden weitere Unterfangungsarbeiten erforderlich, um die benachbarten Häuser der Nummern 30 bis 42 zu sichern. Die Spezialfirma für diese Arbeiten kam aus Hamburg – und musste, wie alle anderen auch, die Baustelle über den Holm anfahren.

„Die gesamte Baustelle hatte keine Zuwegung über fremde Grundstücke“, betonte Christoph Holt. So etwas habe es schon seit vielen Jahren nicht mehr auf dem Holm gegeben. Das Großprojekt auf den Grundstücken des alten Karstadt-Hauses (Holm 30-42) konnte über den Südergraben angefahren werden. Die Tiefbauarbeiten erforderten ein genaues Timing: „Die Fachdisziplinen griffen wie Räder ineinander“, so Holt.

Doch jetzt geht es aufwärts: „Letzte Woche haben wir die ersten Wände aufgestellt.“ Der Rohbau werde nahezu im Wochenrhythmus Etage pro Etage wachsen. Man strebe eine Fertigstellung bis Ende des Jahres an. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss werde es auf je 270 Quadratmeter Einzelhandel geben, darüber seien Büros geplant.

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