Nordhackstedt : Eine Auszeit im Schäferwagen

Kai Pfeifenroth und Karola Kostede genießen ihre Auszeit in der Nordhackstedter „Wiesenlodge“.
Kai Pfeifenroth und Karola Kostede genießen ihre Auszeit in der Nordhackstedter „Wiesenlodge“.

Karola Kostede und Kai Pfeifenroth waren auf der Suche nach Ruhe und Erholung – und haben sie in Nordhackstedt gefunden.

shz.de von
06. August 2017, 07:00 Uhr

Nordhackstedt | Der eine liebt seinen Wohnwagen, der andere bevorzugt die Ferienwohnung. Einer möchte Urlaub auf dem Bauernhof machen, ein anderer sucht nach den schönsten Wohnmobil-Stellplätzen: In unserer Sommer-Serie stellen wir verschiedene Unterkünfte in der Region vor und berichten, wer sich dort alles so einquartiert. Heute: die „Wiesenlodge“ in Nordhackstedt.

Karola Kostede (48) aus Hamburg und Kai Pfeifenroth (47) aus Minden wollten endlich mal wieder so richtig ausschlafen. Dafür sollte es etwas Gemütliches in der Natur sein. Bei der Suche nach einer passenden Unterkunft ist das Paar, das eine Fernbeziehung führt, eher zufällig auf die „Wiesenlodge“ in Nordhackstedt gestoßen – einen Schäferwagen.

Nach zwei Nächten voller Ruhe in dem grau gestrichenen Wagen sind sie begeistert und strahlen, wenn sie davon erzählen: „Wir brauchten eine Auszeit und sind froh, dass es spontan geklappt hat“, sagt Karola Kostede. Inzwischen haben sie ausgeschlafen und schwärmen von den Nächten im Schäferwagen: „Das ist fantastisch. Richtig gemütlich.“ Auch wenn sie nicht gezielt nach dieser Form der Unterkunft gesucht hatten, sind sie froh, dass sie es letztendlich geworden ist. „Wir haben in einem Internetportal nach einer Übernachtungsmöglichkeit in dieser Region gesucht. Dabei wurde uns auch die Wiesenlodge angezeigt“, erzählt Karola Kostede. Für das Paar Liebe auf den ersten Blick: „Wir waren auf der Suche nach Ruhe, und das Angebot klang perfekt“, sagt Kai Pfeifenroth.

Und haben sie die Ruhe gefunden? „Definitiv“, lautet die Antwort von Karola Kostede. Gerne erzählt sie von ihren Erfahrungen am ersten Abend. „Wir haben es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht, und dann kamen die Kühe“, sagt sie und lacht. Vom Schäferwagen schaut man nämlich direkt auf eine Kuhweide. Und die Wiederkäuer fanden den Besuch wohl genauso interessant. „Sie kamen zu uns und haben uns ebenfalls beobachtet“, erzählt Kostede. Diese Begegnung sei die perfekte Einstimmung auf den Kurzurlaub auf dem Land gewesen. „Wir haben nichts gemacht und nur den Kühen zugeschaut. Diese Naturnähe ist echt schön“, sagt die 48-Jährige.

Dass der Schäferwagen nicht gerade viel Platz und auch keine Nasszelle bietet, macht dem Paar nichts aus. „Im Gegenteil es ist richtig gemütlich, und man hat den Platz, den man braucht“, sagt Karola Kostede, während sie den Holzwagen zeigt. Rechts neben der Tür befindet sich das Doppelbett, auf der linken Seite eine kleine Sitzecke mit Tisch und zwei Stühlen. Große Fenster sorgen dafür, dass viel Licht in den Wagen fällt. „Vom Bett aus könnte man sogar den Sonnenaufgang beobachten“, sagt Karola Kostede. Nur sei das Paar bisher nie früh genug wach gewesen.

„Ich finde es toll, wie viel Mühe sich Ute Wriedt mit allem gegeben hat“, sagt auch Kai Pfeifenroth, während er die Sanitäranlagen im Haupthaus zeigt, die extra für Gäste der „Wiesenlodge“ eingerichtet wurden. An der Tür hängt ein Regenschirm, ebenso in der „Wiesenlodge“. „Für den Fall, dass ein unverhoffter Regenschauer kommt“, sagt Pfeifenroth.

Bereits im dritten Jahr bittet Ute Wriedt auf Hof Noerreheede die Übernachtung im Schäferwagen an. Seit 2010 können Gäste in einem umgebauten Stallgebäude in drei Zimmern übernachten – inklusive Frühstück. Zu der „Wiesenlodge“ kam Ute Wriedt eher zufällig. „Wir wollten eigentlich etwas für unseren Garten und haben dann den Wagen in einer Ausstellung entdeckt“, erzählt sie. Schnell war das Ausstellungsstück gekauft, doch ein Unwetter machte Wriedts Plänen einen Strich durch die Rechnung. „Orkan Christian hat den Wagen zerstört“, erinnert sie sich. Da sie aber weiterhin den Schäferwagen anbieten wollte, bestellte sie einen neuen. „Es ist eine witzige Idee, und wir haben viele Gäste, die dort übernachten. Trotz aller Nachfrage biete sie den Wagen jedoch nicht über gängige Buchungsportale an. „Ich will nicht, dass es wegen der fehlenden Nasszelle zu Problemen kommt“, sagt sie.

Für Kai Pfeifenroth und Karola Kostede ist das alles kein Problem, im Gegenteil: „Man entschleunigt hier wirklich gut und ist fernab aller anderen Dinge“, findet Kostede. Auch die freundliche und fürsorgliche Art von Ute Wriedt hat sie überzeugt. „Man hat das Gefühl, als ob man hier bei Freunden ist. Wir wollen gar nicht mehr so richtig nach Hause“, sagt Karola Kostede und verspricht, irgendwann wiederzukommen.

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