zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

24. August 2017 | 05:15 Uhr

Flensburg : Einbruchserie weckt Ängste

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unbekannte Täter spionieren Wohnobjekte auf der Westlichen Höhe und im Süden Flensburgs aus – dann schlagen sie zu.

Flensburg | Rund um die Backensmühle sind Bürger schwer beunruhigt. Nachdem Einbrecher in diesem Bereich Einfamilienhäuser heimgesucht haben, sind die Anwohner auf der Hut. Und nicht nur dort. Auch auf der Westlichen Höhe ist man in erhöhter Alarmbereitschaft, weil verstärkte Aktivitäten obskurer Gestalten beobachtet worden sind. Festnahmen hat es bislang nicht gegeben.

Seit Wochen schon machen Einbrecher die Stadt unsicher. Bei der Polizei sind seit Anfang September im Stadtgebiet mindestens 20 Wohneigentumsdelikte aktenkundig. Betroffen waren in 17 Fällen Einfamilien-, in drei Fällen Mehrfamilienhäuser. Es wurden überwiegend Terrassentüren oder Fenster aufgehebelt; gestohlen wurden zumeist Schmuck, Bargeld und tragbare Gegenstände von nicht geringem Wert, wie Polizeisprecherin Mandy Lorenzen mitteilte. „In einigen Fällen blieb es jedoch beim Versuch.“ Teilweise hätten sich die Tatzeiträume auf mehrere Wochen erstreckt, da die Opfer in Urlaub waren, es seien aber auch nur kurze Abwesenheiten der Bewohner genutzt worden, um zur Tat zu schreiten. Die Umsetzung erfolgt dann in Minutenschnelle.

Aus dem Umland gibt es gleich lautende Meldungen. Die Kripo verzeichnete dort Einbrüche in zehn Einfamilienhäuser binnen eines Monats. Die Arbeitsweise an den Tatorten, so heißt es, sei ähnlich der im städtischen Bereich. „Auch das Stehlgut ist vergleichbar“, sagte die Sprecherin.

Die Vorgehensweise ist hinlänglich bekannt. In aller Regel werden die Objekte ausgespäht, bevor die Täter zuschlagen. In der Heinrich-Schuldt-Straße etwa wurden zwei Jugendliche auf Fahrrädern beobachtet, die mehrfach an Haustüren klingelten. Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass niemand anwesend war, versuchten sie, mit einem Blick durch das Fenster auszumachen, ob Wertsachen einen Einbruch lohnenswert machen. In einem Fall wurden sie von einer Mieterin überrascht – und suchten schnell das Weite. „Nicht ohne mir noch einmal dreist zuzuwinken“, wie die Anwohnerin berichtet. Nur wenige Meter weiter tauchten vor einigen Tagen zwei Unbekannte auf und betraten ein Privatgrundstück durch die Gartenpforte. Als sie sich der Terrassentür näherten, wurden sie angesprochen und trollten sich wieder. Um Ausreden sind sie meist nicht verlegen. Auf der Westlichen Höhe stiegen unbekannte Täter zudem in zwei Flachdach-Bungalows an der Ludwig-Dettmann-Straße sowie in eine Wohnung an der Marienallee ein.

Ein Einbruch an der Backensmühle datiert vom 17. September. Einbrecher raubten das Haus einer älteren Dame aus, die sich gerade erst auf Reisen begeben hatte. Auch soll dort ein Motorroller kurzerhand in einen Transporter verladen worden sein. Die Diebe brausten mit ihrer Beute davon. Betroffen war am gleichen Tag ebenso das Einfamilienhaus einer jungen Frau am Valentiner Hof – die Eigentümerin war nicht anwesend. „Wir haben nahe des Telekom-Gebäudes drei bis vier Männer beobachtet, die Kapuzen-T-Shirts trugen und sich offensichtlich per Handy verständigten“, berichtet eine Anwohnerin. Sie habe sich aus Angst vor Übergriffen umgehend eine Alarmanlage zugelegt.

Auch an der Eckernförder Landstraße und an der Valentiner Allee beobachteten Zeugen verdächtige Personen, die Wohnungen ausspionierten. Ob es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten gibt oder man es mit organisierter Bandenkriminalität zu tun habe, vermochte die Polizei bis gestern nicht zu beantwortden.



zur Startseite

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen