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Kunst in Flensburg : Ein Wirbelwiesenwächter auf dem Campus-Rasen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Beton-Kunst zum Sitzen hinter dem Hauptgebäude der Europa-Universität / Viele Beteiligte

shz.de von
erstellt am 04.Jul.2017 | 06:43 Uhr

Sechs graue Höcker ragen bereits aus dem satten Grün der Wiese hinter dem Uni-Gebäude. Der siebte fehlt noch. Einer ragt etwas heraus, zusammen bilden die Höcker eine Reihe. Kunst auf dem Campus – aber auch Sitzgelegenheiten in der Nähe des Gemeinschaftsgartens. Gestern war feierliche Einweihung nebst Komplettierung und Taufe. Die neue Campus-Kunst heißt „Wirbelwiesenwächter“.

Und das kam so: Seit 2016 lehrt Kunst-Professorin Käthe Wenzel „ästhetische Praxis“ an der Uni. Kaum war sie da, wurde sie mit Wünschen konfrontiert. Das Präsidium hatte einen anspruchsvollen Wunsch: Der Campus sollte durch öffentliche Kunst in einen öffentlichen Raum verwandelt werden. Die Studenten hatten einen einfachen Wunsch: Sitzgelegenheiten auf dem Campus. Und Käthe Wenzel selbst: „Wir sitzen oben im sechsten Stock, da sieht man uns nicht. Aber wir machen Kunst, uns muss man doch sehen!“

Das Projekt Kunst zum Sitzen beschäftigte die neue Professorin und ihre Studierenden des sechsten Semesters das ganze Frühjahr und die ersten Wochen des Sommers. „Aber dafür können sie jetzt Betonguss“, sagt Wenzel. „Sie könnten also in einer Schule einen Spielplatz bauen.“

„Tolles Projekt, wir haben viel gelernt“ – da stimmen Anna-Lisa, Julia und Julika, alle im sechsten Semester, überein. Die Arbeit an den Gipsformen war am schwersten: „Der Gips wurde so schnell hart.“ Wochenlang wurde die Werkstatt der Abteilung Kunst blockiert, doch gegossen wurde die Formen dann auf dem Parkplatz. Zwei Tonnen Beton wurden benötigt; die Firma Thomas Beton zeigte sich großzügig. Alles konnten Käthe Wenzel und die Studis nicht allein erledigen; die Firma Tiefbau Werner zeigte, dass sie auch Kunst kann. Zwei Leute platzierten gestern den letzten Höcker.

Ein bisschen mutet die Höcker-Reihe wie eine Wirbelsäule an. Die Studentin Anna Boehlmann fühlte sich an ein Fabelwesen aus der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende erinnert und schlug den Namen „Wirbelwiesenwächter“ vor. Den wählte die Jury aus und taufte das neue öffentliche Kunstwerk auf diesen Namen. Weitere könnten folgen, konkrete Pläne gibt es indes noch nicht.

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