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Flensburger Stadtteilforen : Ein Viertel zum Wohlfühlen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der östlichen Altstadt geht es vor allem um die Bewahrung des Charakters der kleinteiligen Wohnquartiere.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2015 | 15:15 Uhr

Flensburg | In fast allen Stadtteilen gibt es mittlerweile Bürgerforen, die sich um die Belange des Viertels kümmern. Sie müssen von der Stadtverwaltung bei Planungen, die den Stadtteil betreffen, gehört werden. Doch wer ist in den Foren aktiv? Wir stellen die elf Foren in einer Serie vor. Heute: Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt.

„Wir kümmern uns um alles, was wir sehen können.“ Sagt Peter Jensen, gewissermaßen ein Urgestein der östlichen Altstadt. Er sagt das augenzwinkernd, aber auch ein wenig kämpferisch. Die östliche Altstadt grenzt im Norden an den Lautrupsbach und im Süden an die Heinrichstraße. Aber der „Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt Flensburgs – St.Jürgen/St. Johannis e.V.“ schaut auch schon mal auf die gegenüberliegende Hafenseite. Als die Stadt vor wenigen Jahren am Brauereiweg ein kastenförmiges Hotel genehmigen wollte, setzte sich der Verein dagegen zur Wehr – schließlich lag es im Sichtfeld der östlichen Altstadt.

Das ist aber eine Ausnahme. Der Verein, der sich kurz Östliche Altstadt Flensburg nennt, möchte vor allem das Lebensumfeld im Kapitänsviertel und rund um St. Johannis pflegen, erhalten und verbessern. Anders als in jüngeren Stadtteilen wie Tarup oder Mürwik geht es hier vor allem um historische Bausubstanz und um das Stadtbild eines jahrhundertealten Quartiers. „Es geht uns dabei um den Charakter des Viertels“, bekräftigt Jensen. Die Kleinteiligkeit, die verwunschenen Gänge, die Hanglage eines großen Teils des Gebiets machen den besonderen Charme dieses alten Stücks Flensburg aus.

Und diese Merkmale haben letztlich auch viele ihrer heutigen Bewohner animiert, hierher zu ziehen. Man wohnt hier fast im Zentrum der Stadt, man hört den Verkehr der beiden großen Achsen am Hafen und die Musik der Stadtfeste, und tritt man aus der Haustür, steht schon mal direkt vor einer Touristengruppe. Man wohnt stadtnah, alles ist fußläufig. „Die Parksituation ist natürlich schwierig“, räumt Ute Rasmussen ein, die wie Jensen dem aktuellen Vorstand angehört. Wenn man sein Auto mal ein paar Tage nicht benutzt, muss man sich genau merken, wo man es abgestellt hat. „Wer hierher zieht, macht es bewusst.“

Zu den Erfolgen der vergangenen Jahre zählt der Verein zum Beispiel die Änderungen beim Neubau der Handwerkskammer an der Süderfischerstraße. „Das ist eine sehr gute Fassade jetzt“, urteil Peter Jensen. Nach der Vorstellung der ersten Entwürfe gab es massive Proteste aus dem Viertel, die spätere, bessere Lösung kam erst, „nachdem wir Rabatz gemacht haben“, so Jensen.

Derzeit ist man mit der Stadt im Gespräch über die Straßenbeleuchtung. Hier hat der Verein andere Vorstellungen als die Stadt und will auf eigene Kosten eine Musterleuchte aufstellen lassen. Einmischen will man sich auch bei der geplanten Neubebauung am Hafermarkt.

Bereits erschienen sind die Artikel über das Forum Tarup am 7. April, das Forum Weiche (8. April), das Forum Mürwik (10. April), das Rude-Forum (13. April), das Forum Jürgensby/Sandberg (17. April) und den Flensburger Norden (20. April).

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