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Campus-Triathlon Flensburg : Ein Triathlon als Einstiegsdroge

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über 500 Aktive kämpfen bei sonnigem Frühsommerwetter gegen ihren inneren Schweinehund – und Einzelne noch gegen den Kampfrichter.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 05:59 Uhr

Ludwig Kiefer muss nicht nur gute Verträge mit Europa-Uni, Hochschule, dem Technischen Betriebszentrum sowie den Stadtwerken als Campusbad-Betreiber haben, damit rund 530 Triathleten sicher zwischen den Hochschulen, Audimax und Mensa laufen und ohne Kfz-Kontakt über die Osttangente radeln können. Der Veranstalter des Campus-Triathlon muss vor allem über perfekte Beziehungen zur Wetterküche verfügen. Denn genau wie in beiden Jahren zuvor endete die raue Jahreszeit genau am Triathlon-Tag – und bescherten den mehr als 500 Startern einen sonnigen Wettkampf unter perfekten Frühlingsbedingungen.

Für viele Triathleten und Halbprofis ist der Dreikampf auf dem Campus der Saison-Auftakt – für manchen Flensburger Hobby-Sportler aber auch schon die komplette Saison. Was die von Jahr zu Jahr wachsende Veranstaltung auf dem Hochschul-Areal so attraktiv für Anfänger macht: 500 Meter über zehn Bahnen im Campusbad, 22 Kilometer über die Osttangente zwischen Eckernförder Landstraße und Adelbylund und zum Abschluss fünf Kilometer über den hügeligen Campus und erstmals um die halbfertigen Seminar-Container – das lässt sich auch mit der täglichen Rad-zur-Arbeit-Fitness plus kleinem Laufprogramm durchstehen. Es ist ein Triathlon, der als Einstiegsdroge taugt – und an solch sonnigen Tagen eine perfekte kostenlose Werbung für Flensburg darstellt, wie sie Gorm Casper und seine Tourismus-Agentur nicht besser machen könnten. Schließlich finden sich im Teilnehmerfeld Starter aus ganz Norddeutschland. Selbst aus Kopenhagen waren drei Sportler angereist.

Dass der Wettkampftag mit dem Wahltag für den Kieler Landtag zusammenfiel, lieferte dem Klimapakt-Vorsitzenden Bürgermeister Henning Brüggemann eine perfekte Ausrede, dieses Jahr Fahrrad und Badehose zu Hause zu lassen. Bei der Eröffnung versprach Brüggemann, der ein sehr guter Schwimmer ist und 2016 auch einen respektablen Radrennfahrer sowie kämpferischen Läufer abgab, dass er im kommenden Jahr bei der vierten Auflage wieder das Starterfeld als mutmaßlich größter Teilnehmer verstärken werde. Dieses Jahr müsse er als Flensburger Wahlleiter allerdings einen Staffellauf durch die Flensburger Wahllokale absolvieren – wo immerhin rund 500 Ehrenamtliche für einen reibungslosen Ablauf in 44 Wahllokalen sorgen sollten.

Als nicht ganz regelfester Einmal-im-Jahr-Gelegenheits-Triathlet sollte man sich allerdings mit den Regularien vertraut machen. Die komplett unabhängigen Kampfrichter können unerbittlich sein, wie sie gestern in der Wechselzone verdeutlichten. Ein älterer Freizeitstarter aus dem hinteren Platzierungsdrittel hatte unvorsichtigerweise den Sturzhelm zwar nach dem Absteigen, aber vor dem Abstellen des Fahrrads geöffnet. Folge: Der Kampfrichter holte ihn von der Laufstrecke zurück zum abgestellten Rad, wo er erst einmal zeigen musste, wie man den Helm nochmal schließt. Erst dann durfte er wieder laufen: „Damit Sie’s beim nächsten Mal wissen.“

Was soll’s: „Um die Platzierungen geht es eigentlich nur bei den ersten zehn“, sagt ein Vertreter des mitveranstaltenden Flensburger Vereins Trias: „Ansonsten kämpfen die meisten vor allem gegen sich selbst.“ Bericht im Sport folgt
Alle Ergebnisse: campus-triathlon.de

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