Pommerby : Ein Trauzimmer wie auf Wolken

Freuen sich über das helle Ambiente im Leuchtturm-Trauzimmer: Sabrina Lenhart, Thomas Johannsen, Julia Lorenzen, Susanne Jürgensen, Jutta Franke, Sabine Kirchhoff und Gert Nagel (v.li.).
Freuen sich über das helle Ambiente im Leuchtturm-Trauzimmer: Sabrina Lenhart, Thomas Johannsen, Julia Lorenzen, Susanne Jürgensen, Jutta Franke, Sabine Kirchhoff und Gert Nagel (v.li.).

Das Amt Geltinger Bucht und der Förderverein investieren 25.000 Euro in den Leuchtturm Falshöft. Ab 1. April sind wieder Eheschließungen möglich.

shz.de von
27. März 2017, 11:00 Uhr

Pommerby | Von außen sieht er aus wie gewohnt – aber im Inneren erstrahlt er in neuem Glanz: der Leuchtturm von Falshöft, der als „besonderer Ort“ für Eheschließungen seit April 2000 bundesweit bekannt ist. Durchschnittlich 300 Trauungen im Jahr sprechen eine deutliche Sprache und belegen, dass diejenigen, die den Bund für ein gemeinsames Leben eingehen wollen, gerne die über 40 Treppen hinauf klettern, um „Ja“ zu sagen.

Mehr als 100 Jahre alt ist der Falshöfter Leuchtturm, inzwischen steht er unter Denkmalschutz und ist auch so etwas wie das Wahrzeichen des Amtes Geltinger Bucht. 70 Mitglieder zählt der Leuchtturm-Förderverein, dem der Bau ganz besonders am Herzen liegt, vor allem Gert Nagel, der in seiner einstigen Eigenschaft als Pommerbyer Bürgermeister acht Jahre lang als ehrenamtlicher Eheschließungsbeamter fungierte. Als er vor geraumer Zeit dem Amtsausschuss nahe legte, dass das Innere des Traum-Turmes einer Umgestaltung bedürfe, stieß er auf offene Ohren und auch auf ein offenes Portemonnaie. In der Flensburger Raumgestalterin Sabine Kirchhoff fand Nagel eine Mitstreiterin, die dem Trauzimmer und dem darüber liegenden sogenannten „Sektzimmer“ ein neues Ambiente verlieh. Drei Monate lang war der Turm dafür gesperrt, in dieser Zeit wurde alles, was dunkel war, entfernt und durch Farben und Mobiliar, das eine helle Leichtigkeit ausstrahlt, ersetzt. Da ist nichts mehr, was ablenkt, sodass sich künftige Ehepaare voll und ganz auf sich selbst und die Zeremonie konzentrieren können.

Die Neugestaltung stellt eine Investition von rund 25  000 Euro dar. Das Amt übernimmt mit 17  000 Euro den Löwenanteil der Kosten, der Förderverein steuert die verbleibenden 8000 Euro bei. Zur Neugestaltung gehört auch ein neuer Fußbodenbelag – Teppich statt PVC –, die Ausbesserung der Treppenaufgänge und ein neue Beleuchtung, mit der sich die Räume in warmes Licht dimmen lassen. Ein Hingucker ist bei alledem im Trauzimmer ein großformatiges Wolkenbild, das genau den Blick vom Turm über die Ostsee hinweg in Richtung Alsen zeigt. Bei der Präsentation des verwandelten Leuchtturms sparte Amtsvorsteher Thomas Johannsen nicht mit Lob, sprach davon, dass dieses „Juwel des Amtes“ noch schöner geworden sei.

Mit Beendigung der Arbeiten endet für den Leuchtturm auch die dreimonatige „trauungslose Zeit“ und das Ausweichen für Hochzeitspaare ins Amtshaus in Steinbergkirche. Ab 1. April können im Turm wieder Ehen geschlossen worden, und für diesen Tag stehen bereits drei Termine auf dem Einsatzplan der Standesbeamtinnen: Sabrina Lenhart, Julia Lorenzen und Jutta Franke, die alle drei noch recht „frisch“ zum Team gehören. Susanne Jürgensen ist die Dienstälteste, sie beurkundet bereits seit 1989 das Jawort von Paaren und gehört, seitdem Trauungen im Leuchtturm möglich sind, mit zum Falshöft-Team. Und weil die Arbeiten für die Neugestaltung nun abgeschlossen sind, kann dieser ab sofort auch wieder von Besuchern in Augenschein genommen werden.

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