Kreis Schleswig-Flensburg : Ein Toter bei Brand in Oeversee

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Der Mann hatte den Brand selbst gelegt und die Tür zu seiner Wohnung versperrt.

shz.de von
18. April 2017, 08:46 Uhr

Oeversee | Nach einem Feuer konnte in der Nacht zu Dienstag in Oeversee ein 75-jähriger Mann nur noch tot aus einem Einfamilienhaus geborgen werden. Gegen 0.30 Uhr wurden die Einsatzkräfte mit dem Stichwort „Rauchentwicklung“ alarmiert. Anwohner berichteten, dass sich noch eine Person in dem Gebäude aufhalten soll. Die Rettungsleitstelle Nord in Harrislee alarmierte umgehend die freiwilligen Feuerwehren Oeversee, Barderup und den Einsatzleitwagen der Feuerwehr Tarp. Außerdem wurden zwei Rettungswagen und ein Notarzt an den Einsatzort geschickt.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang bereits dichter schwarzer Rauch aus dem Haus. Keller und Erdgeschoss sollen bereits komplett verraucht gewesen sein. Umgehend gingen zwei Trupps unter schwerem Atemschutz zur Personenrettung und Brandbekämpfung vor. Die Einsatzkräfte hatten jedoch große Schwierigkeiten sich einen Zugang zu dem Gebäude zu verschaffen. Ein Feuerwehrmann verletzte sich dabei leicht und wurde nach einer Erstversorgung zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gefahren. Durch einen Gartenzaun verschafften sich die Einsatzkräfte einen zweiten Zugang zum Gebäude. Aufgrund des hohen Bedarfs an Atemschutzgeräteträgern wurden weitere Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Munkwolstrup und Tarp nachalarmiert. 

Im Verlauf der Löscharbeiten und der Personensuche entdeckten die Einsatzkräfte dann den 75-Jährigen. Nach ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei hat der Verstorbene das Feuer selbst gelegt und die Tür zu seiner Wohnung versperrt. Die Kriminalpolizei geht bei ihrem derzeitigen Ermittlungsstand von einem Suizid aus. Zur Höhe des Sachschadens können derzeit keine Angaben gemacht werden.

Die Lösch- und Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden hin. Für die Betreuung der Einsatzkräfte wurde das PSU-Team des Kreises Schleswig-Flensburg angefordert. Noch in der Nacht gab es Gespräche mit Seelsorgern. Am Dienstag soll es eine gemeinsame Nachbesprechung der eingesetzten Kräfte geben.

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