Lindewitt : Ein teures Geschenk

Ohne den Kies in den Schlaglöchern würde der Fuß von Hausmeister André Jannsen gänzlich darin verschwinden.
Ohne den Kies in den Schlaglöchern würde der Fuß von Hausmeister André Jannsen gänzlich darin verschwinden.

Die Landesforsten übereignen den maroden Weg zum Schulgelände in Lindewitt der Gemeinde – die muss nun die Sanierungskosten tragen.

shz.de von
14. Juli 2018, 12:15 Uhr

Lindewitt | Die Gemeinde Lindewitt ist um einen Weg reicher, der sie allerdings viel Geld kostet. Das Schul- und Sportgelände wird über einen Weg erreicht, der von der Kreisstraße durch den Landesforst führt. „Der Weg ist in einem erbarmungswürdigem Zustand“, bemängelt Bürgermeister Wilhelm Krumbügel. Alle Bemühungen den Besitzer, die Landesforsten Schleswig-Holstein, zur Behebung der Schäden zu bewegen, schlugen fehl. Stattdessen wählte man eine andere Lösung: Der Weg wurde öffentlich gewidmet. Das heißt, die Gemeinde ist nun gezwungen, den Weg für einen Euro in diesem schlechten Zustand zu erwerben. Das ist laut Straßen- und Wegegesetz des Landes möglich.

Die Gemeinde will nun den Weg und den anliegenden Parkplatz für 15 000 Euro sanieren und ihn dann in den Bestand des Schwarzdeckenunterhaltungsverbandes übergeben. „Wir haben in der jüngeren Vergangenheit den gesamten Schul- und Kitabereich stark aufgewertet, da muss der Besucher nicht mit dem Auto aufliegen und dann durch Pfützen laufen“, argumentiert Finanzausschussvorsitzender Albert Jürgensen.

Eine weitere Planung betrifft ebenfalls diesen Bereich. Der anliegende alte Kindergarten ist verkauft worden. Der Großenwieher Bildhauer Benjamin Mario Fock möchte hier gern arbeiten, ein Institut für Bildhauerei einrichten und wohnen. Daher ist die Gemeinde gezwungen, den Flächennutzungsplan zu ändern. Es wird ein Sondergebiet „Maler- und Künstlerviertel“ entstehen, um dieses Vorhaben rechtlich abzusichern. Im gleichen Gebäudetrakt arbeitet und lebt seit Jahren der Maler Gerrit Bekker. Die Planung wurde nun angeschoben.

„Ich hätte nie geglaubt, dass wir uns so bald wieder mit diesem Problem beschäftigen müssen“, bekannte Bürgermeister Krumbügel angesichts der Tatsache, dass die Gemeindevertretung abermals über eine Erweiterung der Kita beraten muss. Gerade ist sie mit 105 Kindern in die Schule umgezogen, nun stehen schon wieder acht Lindewitter Kinder auf der Warteliste. Es wurde beschlossen, einen bislang von der Schule genutzten Betreuungsraum zum Gruppenraum beziehungsweise zu einem Ruheraum für Krippenkinder umzubauen.

Die Kosten werden auf 56 500 Euro veranschlagt. Im Zuge dieser Arbeiten wird auch der Kunstraum der Schule saniert. Dort kann dann zusätzlich zum Unterricht die Früh- und Spätbetreuung stattfinden. Dieses Vorhaben wird noch einmal geschätzte 12 000 Euro kosten.

Weiter vorangetrieben wurde die Überplanung des Geländes der alten Gaststätte in Lüngerau. Dort sollen in einigen Gebäudeteilen bis zu 2500 Quadratmeter überbaut werden. Vorgesehen, aber nicht endgültig entschieden, ist, dass dort eine Physio-Praxis mit Bewegungsraum und Lehrschwimmbecken sowie Wohnungen mit verschiedener Ausstattung entstehen – einfach zu einem relativ niedrigem Mietzins, etwas höherwertiger sowie auch barrierefreie Wohnungen.

Die Versorgung mit Wasser und Strom für die Flutlichtanlage des Sportgeländes erfolgte bislang aus dem alten Kindergarten. Dies ist nach dem Verkauf nicht mehr möglich, und es müssen neue Leitungen gelegt werden. An den Gesamtkosten von 15 700 Euro wird sich der TSV Lindewitt als Nutznießer beteiligen.

Der kleine Gemeindeschlepper wird beim Mähen der drei Sportplätze stark in Anspruch genommen, was sich in erhöhten Reparaturkosten niederschlägt. Daher wird zur Unterstützung ein wendiger Aufsitzmäher für rund 10 000 Euro angeschafft. Außerdem sollen die Gemeindearbeiter von Großenwiehe und Lindewitt eine neue große Kettensäge und einen Rüttler erhalten, mit dem sie Reparaturen im Pflaster selbst vornehmen können.

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