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Neu im Herbstsemester : Flensburger Studiengang für echte Weltretter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Europa-Uni startet im September den Master Transformationsstudien, der bundesweit ohne Vorbild ist

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 16:16 Uhr

Unter dem etwas sperrigen Titel „Transformationsstudien“ startet am 1. September – zum neu eingeführten Herbstsemester – ein Master-Studiengang, der in dieser Form bundesweit einmalig ist. Es wird ein Studiengang mit soziologischer Perspektive, irgendwo zwischen den Folgen der großen globalen Fragen von Erderwärmung, Artensterben oder Ressourcenverknappung – und dem konkreten Bekenntnis vor Ort, ob es noch Sinn macht, auf dem Campus Getränke in Plastikbechern zu verteilen oder der Suche nach dem nächsten verpackungsfreien Supermarkt.

Der inter- und transdisziplinäre Studiengang ist von Dr. Bernd Sommer und Dr. Michaela Christ am Norbert-Elias-Center der Europa-Universität entwickelt worden. „Viele sozial-ökologische Krisen machen deutlich, dass das derzeitige Wirtschafts- und Kulturmodell mit seiner Orientierung am ,Immer mehr’ nicht zukunftsfähig ist“, erklärt Studiengangleiter Bernd Sommer. Er ist sicher: „Die gegenwärtigen Austauschprozesse zwischen Gesellschaften und Natur sind nicht nachhaltig und werden sich ändern.“

Das Interesse am gerade gestarteten Bewerbungsverfahren sei groß. Anfragen gebe es nicht nur bundesweit. Die Interessenten kämen auch aus Österreich, der Schweiz oder den Niederlanden. Nach der Auftaktphase soll die Lehrsprache vom Deutschen ins Englische wechseln. Neben Sommer und Christ sowie Uni-Professoren von mehr als zehn Fachrichtungen zwischen Wirtschaft und Kunst lehrt im Modul Transformationsdesign auch der überregional renommierte Soziologie-Professor Harald Welzer.

„Mit diesem Studiengang schließt Flensburg mit seinem Klimapakt und dem Studiengang Energie- und Umwelt-Management auf dem Campus eine Lücke“, sagt Uni-Sprecherin Kathrin Fischer. Sommer und Christ gehen davon aus, dass der neue Studiengang wie einst Energie- und Umwelt-Management mit dem Fokus auf 100 Prozent Erneuerbare Energien wieder eine neue, zusätzliche Studierendenklientel in die Stadt bringen wird: „Flensburg hat sich schon dadurch verändert, dass es Studentenstadt geworden ist“, sagt Sommer, der aus Berlin kommt. Gedacht sei auch daran, dass sich die soziologisch orientierten Transformationsstudien und die ökonomisch ausgerichteten Energiestudien gegenseitig öffnen.

Deshalb wird es neben Methodenbüffeln und Praktikum immer auch um große globale Fragen gehen. Was hat der Krieg in Syrien mit Dürren und Klimawandel zu tun? Warum hat Hurrikan Katrina 2005 die Identität von New Orleans verändert? An relevanten Forschungsfragen dürfte es nicht mangeln.

 

 

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