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Flensburgs Strände im Test : Ein Strand, der besser ist als sein Ruf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Strände an der Innenförde im Test, Teil IV: Trotz Kritik können die Besucher sich am Ostseebad wohlfühlen.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Die wetterbedingte Zwangspause des Sommers ist vorbei. Für heute versprechen die Meteorologen für Flensburg bis 30 Grad. Was hat das Ostseebad Badegästen und Urlaubern zu bieten?

Manche halten Flensburgs zünftigen Strand nördlich der Schiffbauhallen der Flensburger Werft nicht gerade für die schönste Badestelle der Stadt, für andere ist es ein unterschätztes Idyll. Hundebesitzerin Anja Christensen aus Harrislee kommt zum Beispiel gerne hier hin. „Hier können Kinder Kinder und Hunde Hunde sein“, weshalb sie das Ostseebad dem Nachbarstrand von Wassersleben vorzieht. Die Dänin bringt auch ihre drei kleinen Kinder gerne mit hierher. „Für einen Hundestrand ist das wirklich sauber hier, und die Parkmöglichkeiten sind besser.“ Einzig die Werfthalle direkt nebenan empfindet sie als störend. Ansonsten sei der Ausblick auf das Ostufer mit Marineschule und Sonwik sehr schön.

Der gesamte Strand bietet ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder, die sich dort auf zwei Spielplätzen direkt am Strand oder an den Spielgeräten unter den Bäumen austoben können. An den beiden Kiosks vor Ort kann man sich mit Getränken, Eis oder Pommes eindecken.

Daneben gibt es auch ein Sanitärhäuschen, das zwar etwas heruntergekommen aussieht, dafür aber überraschend sauber ist. Dass allerdings der Innenduschraum gleichzeitig als Umkleide dient, könnte bei dem ein oder anderen zu nassen Klamotten führen. (Es gibt aber auch Außenduschen kurz vor der Seebrücke.) Auch wer hier einen Spiegel sucht, wird nicht fündig.

Familie Heitz aus Muggensturm bei Baden-Baden lässt sich davon nicht beirren. Sie sind auf der Durchreise nach Norwegen, wollten sich es aber nicht nehmen lassen, in Flensburg Station zu machen und an den Strand zu gehen. „Wir finden den Strand sehr schön“, lautet das einhellig gefällte Urteil. „Einzig das Wasser könnte noch ein bisschen wärmer sein.“

Kioskbetreiber Rolf Jaeckel ist hingegen alles andere als begeistert von dem Strand. Die Hundebesitzer würden sich nicht an die ausgeschilderten Grenzen des Hundestrands halten, schimpft er: „Wenn man sich beschwert, kommt bestenfalls die Stadt und stellt noch mehr Schilder auf. Die Leute ignorieren die aber sowieso. Was wir brauchen, sind Kontrollen.“

Die DLRG kommt bei seiner Einschätzung nicht besser weg. „Beim schlechten Wetter letzte Woche saßen die mit fünf Mann in ihrer Bude. Aber als dann am Wochenende das gute Wetter und damit auch der Betrieb kam, waren sie nirgends zu sehen.“

Auch bei der Tageblatt-Test-Strandbegehung war die DLRG nicht vor Ort. Im Notfall bleibt nur die Notsprechanlage am DLRG-Häuschen, wo man dann auf Knopfdruck mit der Rettungsleitstelle verbunden wird. Auch telefonisch bis 18 Uhr kein Durchkommen.

Die Strandgäste bekommen davon allerdings im Regelfall nicht so viel mit. So auch Familie Kugler aus Karlsruhe. Sie sind für zehn Tage in Flensburg und freuen sich, dass sie rechtzeitig zur Schönwetterphase angereist sind.

Der Strand ist insgesamt relativ sauber und mit der schönen Seebrücke ganz bestimmt besser als sein zwiespältiger Ruf.

 

  

Strände und Wasser



Wassersleben: Wassertemperatur 17°C; Luft 24°C; einige Quallen
Solitüde: Wassertemperatur 19°; Lufttemperatur 22°; wenige Quallen
Sandwig: Wassertemperatur 17°; Luft 26°; kaum Quallen
Holnis-Drei: Wassertemperatur 16°; Lufttemperatur 21°; kaum Quallen

Alle Angaben beruhen auf Messungen und Beobachtungen der DLRG-Stationen vor Ort

 

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