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Circus Krone in Flensburg : Ein Stallmeister mit viel Herzblut

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Europas größter Circus gastiert in der Stadt – und ein Flensburger ist auch dabei.

Flensburg | Der Circus Krone ist wieder in Flensburg. Dabei ist auch ein gebürtiger Flensburger. Pietro Bento ist der Stallmeister für die Exoten. Der 37-Jährige ist zwar im Circus aufgewachsen, aber am Tag seiner Geburt war dieser mitsamt seiner Eltern in Flensburg zu Gast. Als Sohn eines portugiesisch-italienischen Vaters und einer ungarisch-österreichischen Mutter spricht er heute vier Sprachen fließend.

Die Tiere sind für ihn der Circus. „Ohne die Tiere würde ich hier aufhören, dann macht das keinen Spaß mehr“, sagt der Stallmeister, dessen Vater früher die selbe Funktion ausübte.

Der Name des Exotenstalls habe historische Gründe, es gab auch mal Straußen und Kängurus, aber heute stehen dort neben Zebras und Kamelen auch Ponys und ein Wildschwein.

Ohnehin habe sich das Circusgeschäft über die Jahre stark verändert. Die gesetzlichen Mindestanforderungen sind gestiegen, aber „diese Anforderungen sind das absolute Minimum, das erfüllt werden muss, wir überschreiten diese bei weitem“, berichtet Bento, der außerdem auch Einlass-Chef ist.

Trotz seiner Bemühungen um tiergerechte Haltung sieht der Circus Krone sich immer wieder scharfer, häufig auch beleidigender Kritik ausgesetzt. Bento meint, er könne es akzeptieren, wenn Menschen die Meinung vertreten, Tiere gehörten nicht in den Zoo. Doch den Vorwurf, das Circusgeschäft mache Profit auf dem Rücken der Tiere, hält er für ein Vorurteil. Vieles beruhe auf einem falschen Bild vom Umgang mit den Tieren im Circus. Daher wünscht er sich, dass Besucher sich selbst ein Bild machen mögen. Die Gelegenheit dazu bietet der Circus heute von 10 bis 13 Uhr, denn dann können Besucher ihn kostenlos besichtigen. An den Folgetagen kostet der Eintritt dazu vier Euro für Erwachsene.

Wenn es ums Geld ginge, könne er anderswo deutlich mehr verdienen, betont Bento. Aber der Circus „ist keine Arbeit, sondern eine Lebenseinstellung. Man macht das aus voller Hingabe zu den Tieren“, sagt der Stallmeister, der sich mit Herzblut um das Wohl der Tiere kümmert.

Ein Beispiel für seine Liebe zu den Tieren ist das Wildschwein Fritzi, das er schon von klein auf an Menschen gewöhnt hat. Eine Besonderheit, denn Wildschweine gelten als Flucht- und Angriffstiere, denen man in der Wildbahn nicht zu nahe kommen sollte. „Tiere brauchen Aufgaben und Zuneigung. Sobald man mit ihnen nichts mehr macht, verkümmern sie“, weiß Pietro Bento.   

 

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erstellt am 13.Aug.2015 | 11:00 Uhr

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