Diako Flensburg : Ein Spaziergang durch die Diako

Eröffnen gemeinsam den Klinikspaziergang im Diakonissenkrankenhaus: Die stellvertretende Pflegedirektorin Ulrike Hinrichsen und die Schüler Broder Hinrichsen, Carina Christiansen, Naemy Sievers und Bruno Dirks (v.l.).
Eröffnen gemeinsam den Klinikspaziergang im Diakonissenkrankenhaus: Die stellvertretende Pflegedirektorin Ulrike Hinrichsen und die Schüler Broder Hinrichsen, Carina Christiansen, Naemy Sievers und Bruno Dirks (v.l.).

In einem Schulprojekt haben vier Schüler der Fridtjof-Nansen-Schule eine kreative Maßnahme gegen Langeweile im Krankenhaus entwickelt.

Studioline2.jpg von
09. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Flensburg | Wer schon einmal längere Zeit im Krankenhaus verbracht hat, kennt die Situation: Auf dem Zimmer wird es schnell langweilig, nach einiger Zeit würde man sich gern die Füße vertreten. Aber wo? Schließlich kennen sich die Patienten im Krankenhaus nicht aus, der eigene Flur ist schnell abgelaufen, und viele Ecken sind sowieso tabu.

Eine Lösung für das Problem haben jetzt vier Schüler der Fridtjof-Nansen-Schule ausgearbeitet: Einen Klinikspaziergang durch das Diakonissenkrankenhaus. In 45 bis 60 Minuten laufen Patienten oder Besucher elf verschiedene „Haltestellen“ ab. Dabei werden sie mit Hilfe eines Flyers quer durch das Krankenhaus geführt und entdecken Besonderheiten vom Stillen Raum über die Bücherei bis hin zum Diakonissenmuseum.

Einige Stationen haben die Schüler selbst mitgestaltet. „Wir fanden den Vorraum zur Station A3 ziemlich veraltet“, erzählt die 19-jährige Naemy Sievers. Kurzerhand wurde ein Erinnerungswandbild installiert – eine Collage aus Personen, Ereignissen und Filmen aus dem 20. Jahrhundert. „Das ist meine Lieblingsstation“, sagt der 19-jährige Bruno Dirks, „man kann sehr lange auf das Bild schauen und immer wieder etwas Neues entdecken.“ Andere Haltestellen sind in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der jeweiligen Stationen entstanden wie etwa der Bewegungsparcours in der Physiotherapie, wo Patienten und Besucher einige Übungen zum Dehnen und Gleichgewicht ausprobieren, oder die „Stroke Unit“, wo man auf einem Plakat die verschiedenen Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten eines Schlaganfalls nachlesen kann. Es wird also nicht nur der Körper, sondern auch der Geist trainiert. Und wer gut aufgepasst hat, kann am Ende sogar ein kleines Rätsel lösen – „damit es einen Anreiz gibt, den ganzen Weg zu laufen“, wie die 20-jährige Carina Christiansen sagt. Wer sich dem ganzen Spaziergang allerdings körperlich nicht gewachsen fühlt, der hat auch die Möglichkeit, den Rundgang zwischendurch abzubrechen oder nur einzelne Stationen zu besuchen.

Entwickelt hat die Idee des Klinikspaziergangs die Pflegewissenschaftlerin Angelika Abt-Zegelin, die sich in ihrer Doktorarbeit mit den Ursachen und Folgen von Bettlägerigkeit beschäftigt hat. Es geht bei dem Spaziergang also nicht nur um die Bekämpfung von Langeweile, sondern um einen ernsthaften therapeutischen Ansatz, erklärt Ulrike Hinrichsen. Die stellvertretende Pflegedirektorin der Diako hat das Projekt den vier Schülern Bruno Dirks, Naemy Sievers, Broder Hinrichsen und Carina Christiansen vorgeschlagen, als die ihr Realprojekt an dem Krankenhaus durchführen wollten.

Alle Schüler der 12. Klasse an der Fridtjof-Nansen-Schule führen ein solches Projekt mit einem Partner im „echten Leben“ durch. Einmal in der Woche sind die vier Schüler ein Jahr lang nach der Schule in die Diako gefahren und „verschwanden wie ein Geheimbund im Zimmer von Ulrike Hinrichsen und entwickelten tolle Ideen“, erzählt Pflegeleiterin Friederik Hohmann. So entstand nach und nach ein bunter Mix an „Haltestellen“, der für alle Generationen geeignet ist. Damit bei einem Krankenhausaufenthalt in Zukunft keine Langeweile mehr aufkommt.

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