Orpheus-Theater : Ein Sommernachtstraum

Entdeckung am Klavier: Olivia Trummer.
Entdeckung am Klavier: Olivia Trummer.

Olivia Trummer gastierte an zwei Abenden mit ihrem Trio in Flensburg vor ausverkauftem Haus

shz.de von
29. Mai 2018, 11:22 Uhr

Wie ein bunter Schmetterling flattert sie aus einer lauen Flensburger Sommernacht in das dunkle Orpheus. 33 Jahre habe die Reise von Stuttgart nach Flensburg gedauert, erklärt Olivia Trummer augenzwinkernd - in zwei Wochen feiert die charismatische Sängerin und Pianistin Geburtstag. Mit dem Opener "Precious Silence" gibt sie den Takt für den Abend vor: Ein eingangs getragener, mit kristallklarer Stimme zelebrierter Song, der sich schließlich dynamisch entfaltet und dem Trio mit Paul Kleber am Bass sowie Rainer Winch (Schlagzeug) neben punktgenauer Begleitung genügend Raum für eigene Exkurse lässt. Olivia Trummer bewegt sich zwischen leicht verdaulichem Bar-Jazz, Standards und ansprechenden Eigenkompositionen, die größtenteils ihrem fünften Album "Fly Now" entstammen. Allein am Klavier singt sie eine wunderschöne Ballade, rhythmisch vertrackt dagegen kommt das "Stehaufmännchen" daher - und auch „Gotta Miss Someone“, komponiert auf langer Reise mit emotionalen Entbehrungen, verlangt den versierten Instrumentalisten einiges an Können und Konzentration ab. Thematisch wird der Liebe ("Nature Boy", "Sharing My Heart") viel Raum gelassen. "Es fehlt immer etwas zum vollkommenen Glück", hat Olivia Trummer festgestellt. Und man müsse, um nicht zu leiden, das Vermissen lieben lernen. Dem Applaus nach zu urteilen, wird das Publikum die sympathische Musikerin vermissen. Wenn es nach Theater-Chefin Conny Meesenburg geht, soll einem baldigen Wiedersehen nichts im Wege stehen. "Olivia ist nur eine von den vielen starken Frauen, die in dieser Saison bei uns gastiert haben." Sie bastelt bereits kräftig am neuen Programm, das sie nach der Sommerpause im Herbst auf die Bühne bringen wird.

 

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