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FFH-Gebiet : Ein Platz für Fischotter und Moorfrosch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Experten arbeiten an einem ökologischen Schutzschirm für das Niehuuser Tunneltal

Die vom Aussterben be-drohte winzige Bauchige Windelschnecke und der seltene Moorfrosch haben in der Gletscherrinne des Niehuuser Tunneltals und der Krusau mit angrenzenden Schluchten, feuchten Hochstaudenfluren und Quellwäldern ihren Lebensraum.Sie gelten als besonders schützenswerte Arten in dem 137 Hektar großen, grenznah zu Dänemark gelegenen Areal, das seit 2010 als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet unter Schutz steht und Bestandteil ist der europäischen Schutzgebietsverordnung Natura 2000 .

Nach einer Information für Flächeneigner vor einem Jahr luden jetzt Landschaftsplanerin Annegret Süß und Gerwin Obst vom Planungsbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie (Planula) aus Hamburg ins Harrisleer Bürgerhaus ein: zur Vorstellung eines Entwurfs des Managementplans „Niehuuser Tunneltal und Krusau mit angrenzenden Flächen“. Rede und Antwort stand als Auftraggeber Hans-Joachim Kaiser vom Umweltministerium.

Die Botschaft der Experten: Es ist schon viel passiert. Die hiesige Natur ist auf einem guten Weg. Ein Teil der Waldmeister-Buchenwälder ist in gutem Erhaltungszustand. Die Wälder sind abwechslungsreich, Röhrichte bilden den Lebensraum der Bauchigen Windelschnecke. Laub- und Moorfrosch, Kammmolch, Fischotter, Fledermäuse, Eisvogel und Schwarzspecht sprechen für eine artenreiche Fauna. Ungünstig zeige sich die Nährstoffbelastung des Niehuuser Sees aufgrund landwirtschaftlicher Nutzung des Einzuggebietes, die Gewässerstruktur der einst teilweise begradigten Krusau, die Artenarmut des Grünlands, die Zunahme des Jakobs-Kreuzkrauts, die fehlende Umzäunung der Quellen. Trotzdem: „Solche Auenwälder hätte ich an anderer Stelle auch gerne“, lobte Obst.

Fünf Lebensräume im Gebiet sind als erhaltenswert benannt: Die Schlucht-, Hang- und Mischwälder, die Auen- und Quellwälder, die Waldmeister-Buchenwälder, das Gewässer des Sees, die Kleingewässer sowie die Krusau samt Grünland. „Für sie darf keine Verschlechterung eintreten“, erklärte Süß: „Der Managementplan hat die Erhaltung des Status Quo, Verhindern einer Verschlechterung der Naturqualität im Blick.“ Dazu gehörten notwendige Maßnahmen, etwa die Erhaltung des Lebensraumes der kleinen Landschnecke durch Nichtbewirtschaftung von Röhrichten und Seggenriedern.

Zu wünschenswerten Maßnahmen gehöre etwa, dass mehr Flächen landwirtschaftlich extensiv genutzt werden. Bestimmend sei ein Verbot der Verschlechterung, sagte auch Kaiser: Eingriffe in die Natur sind nur nach einer Verträglichkeitsprüfung zu-lässig. Bis zum 5. Juli nimmt das Planungsbüro Stellungnahmen der Beteiligten entgegen. Anmerkungen würden geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet, bevor der Plan abschließend an das Ministerium übergeben wird.

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erstellt am 23.Jun.2016 | 08:59 Uhr

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